Tischrücken mit Faraday: eine heikle Sache 

 

Faraday fand eine Erklärung für das Tischerücken. Die Erklärung wurde allgemein akzeptiert. Allerdings gab es gewisse Formen des Tischerückens, die Faraday nicht erklären konnte.

 

 

Unheimlich: Tische tanzen

Es war damals in Mode: Einige Personen setzten sich an einen Tisch, legten ihre Hände auf diesen Tisch und stellten dann fest, dass sich der Tisch in die eine oder andere Richtung bewegte.

Das war vorderhand sehr rätselhaft. Manche glaubten, dass da höhere Mächte im Spiel seien.

 

 

Faraday macht einen Lösungsvorschlag

Dann aber wartete der Wissenschafter Faraday mit einer Erklärung auf:

Die Hände der Leute, die den Tisch berühren, führen unbewusst kleine Bewegungen aus, und diese Bewegungen bewirken denn auch, dass sich der Tisch bewegt.

 

Ein plausibler Lösungsvorschlag

Das tönte plausibel.

Es tönte so plausibel, dass das Phänomen des Tischerückens abgehakt werden konnte: Es wurde zu einem auf den ersten Blick merkwürdigen, aber mit einer solider Physik durchaus erklärbarem Geschehen - und höhere Mächte waren keineswegs im Spiel.

 

Ein Blick in alte Bücher zeigt: So einfach ist es nicht

Ist damit alles klar?

Gräbt man in der älteren Literatur, stellt man dies fest: Das Phänomen des Tischerückens taucht auch dann auf, wenn die Leute den Tisch nicht berühren.

Da gab es zum Beispiel Versuche, die nachwiesen, "dass die Bewegung auch dann eintrat, wenn man die Zipfel eines über den Tisch gebreiteten Tuches oder auch die Endstücke von Schnüren anfasste, die  l o s e  herabhängend an der Tischplatte befestigt waren." (Prel, S. 169)    

Oder es gab folgenden Versuch: 

"Nachdem ein Comité von elf Personen rings um den Speisetisch gesessen hatte und verschiedene Bewegungen und Tön erfolgt waren, wurden die Stühle mit ihren Rücklehnen gegen den Tisch gekehrt, ungefähr neun Zoll von demselben entfernt. Alle Anwesenden knieten hierauf auf ihre Stühle und legten ihre Arme auf die Rücklehne derselben. In dieser Stellung waren die Füsse selbstverständlich vom Tisch abgekehrt und konnten unmöglich unter ihn gesetzt werden, noch den Fussboden berühren. Die Hände wurden über dem Tische ungefähr vier Zoll von dessen Oberfläche entfernt gehalten.

In dieser Stellung war eone Berührung mit irgend einem Theile des Tisches physikalisch unmöglich.

In weniger als einer Minute bewegte sich der gänzlich unberührte Tisch viermal; zuerst ungefähr fünf Zoll nach einer Seite, hierauf ungefähr vier Zoll und zuletzt sechs Zoll. 

Eine Überprüfung nachher ergab, dass der Tisch, der in seine Einzelteile zerlegt worden war,  keine Auffälligkeiten aufwies."

Bemerkenswert ist, dass die Versuche "bei vollem Gaslicht über dem Tische" ausgeführt wurden.

Das führt zu folgendem Fazit:

"Es war keine Täuschung möglich. Die Bewegungen fanden von einer Stelle zu einer anderen im Zimmer statt und wurden gleichzeitig von allen Anwesenden beobachtet. Sie waren als Thatsachen der Messung, und nicht der blossen Meinung der Einbildung unterworfen."   

Bericht des Sub-Comités d. Dialekt. Gesellschaft von London, in Psychische Studien, 1. Jahrgang, 4. Heft (April 1874)

 

 

Faraday erklärt nicht alles

Faradays Erklärung ist nützlich, wenn sich Tische verrücken, die von den Leuten berührt werden.

Sie hilft aber nicht weiter, wenn das Tischerücken erfolgt, ohne dass die Leute den Tisch berühren.

.

 

 

Home: Vergessene Bücher: Interessantes zur Parapsychologie, zur Esoterik und zum und Übersinnlichen

Kontakt

 

 

 

Erstelle deine eigene Website mit Webador