Alles Humbug?
Immer wieder wird darüber diskutiert:
Stimmt das, was in den Fachzeitschriften und Büchern über Esoterik, Parapsychologie und über Übersinnliches berichtet wird?
Oder sind die so merkwürdigen Phänomene frei erfunden worden? Beruhen Esoterik, Parapsychologie schlicht auf astreinen Lügen und Fälschungen?
Ein Punkt ist dabei klar:
Wenn es um Parapsychologie, um Esoterik und um Übersinnliches geht, lässt es sich nicht verleugnen: Es hat durchaus Betrüger gegeben, die am Werk gewesen sind.
Das führt dazu, dass manche Leute die Esoterik, die Parasychologie und das Übersinnliche in Bausch und Bogen verwerfen: Humbug sei dies alles, tönt es dann.
Doch bevor man das Wort ,Humbug' in den Mund nimmt, gilt es innezuhalten und sich in aller Ruhe folgende Worte zu Gemüte zu führen:
"Einzelne Fälle von Betrug - und deren giebt es zweifelsohne - beweisen nichts. Es hat noch nie eine ächte Waare gegeben, welche nicht ihre fälschliche Nachahmung hervorgerufen hätte."
Es sind bedenkswerte Worte, die ein Herr Stock da äussert. Aber sie treffen natürlich zu: Es gibt keinen Bereich in der Wissenschaft, in welchem nicht neben ehrlichen Menschen einzelne Fälscher, Scharlatane und Betrüger am Werk gewesen sind.
Doch Einzelfälle sollte man nicht verallgemeinern - dass es einzelne Betrüger gibt, heisst nicht, dass alles auf Betrug beruht.
Das Zitat stammt übrigens von Mr. St. George Stock.
Stock hielt damals eine flammende Rede vor der "Oxford Union Society", und zwar am 12. Juni 1875.
Es ging dort um den Antrag, dass der Spiritualismus eine wissenschaftliche Untersuchung verdient.
Der Antrag wurde angenommen.
Nach Psychische Studien 2, 1875.
Drei Fragen, die sich immer stellen
Es sind zwei Fragen, die beantortet werden müssen, wenn man ein Urteil darüber fällen will, ob dies alles Humbug ist oder nicht
Die erste Frage: Steckt Betrug dahinter?
Wenn eine Person mitteilt, dass sie dieses oder jenes festgestellt hat - stimmt dies oder führt uns die Person absichtlich in die Irre? Oder einfach ausgedrückt:
Lügt die Person?
Wobei ,lügen' heisst: Eine Person erzählt etwas Falsches, obwohl sie weiss, dass sie etwas Falsches berichtet.
Die zweite Frage: Berichtet die Person korrekt?
Auf dieser Homepage stütze ich mich auf die Berichte von Leuten ab. Sie erzählen uns, dass sie dieses oder jenes gesehen und gehört haben.
Da stellt sich die Frage, ob sie richtig berichten - haben sie korrekt beobachtet?
Nun würde man meinen, dass es ein Leichtes ist, korrekte Beobachtungen anzustellen.
Doch weit gefehlt: Es ist fast unglaublich schwierig korrekt zu berichten, was man beobachtet hat.
Da kann das Gedächtnis den Leuten einen Streich spielen.
Oder es kommt vor, dass man das zu sehen glaubt, was man zu sehen erwartet.
Die dritte Frage: Ist das Wissenschaft - oder ist es eine Pseudowissenschaft?
Esoterik, Parapsychologie und Übersinnliches werden häufig als ,Pseudowissenschaft' bezeichnet.
Was dann in etwa heisst:
Esoterik, Parapsychologie uns Übersinnliches erwecken den Anschein, wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu liefern. Doch diese Ergebnisse sind eben gerade nicht aufgrund einer wissenchaftlich begründeten Vorgehensweise gewonnen worden.
Oder, um es nochmals anders auszudrücken:
Da wird nur so getan, wie wenn dies alles wissenschaftlich wäre - doch in Wirklichkeit ist es dies nicht.
Dazu nur so viel:
Es ist durchaus so, dass in der Esoterik, der Parapsychologie und beim Übersinnlichen Ergebnisse gewonnen worden sind, die wissenschaftlichen Kriterien nicht standhalten.
Doch hier spielt das eine Rolle, was Stock bereits gesagt hat: Einzelne nicht nach wissenschaftlichen Kriterien erhobene Ergebnisse, heisst nicht, dass alle Ergebnisse unwissenschaftlich sind und eine Pseudowissenschagt darstellen.
Letztlich gibt es, was die Frage der ,Pseudowissenschaft' betrifft, nur einen Lösungsweg: Man muss jede einzelne Beobachtung und Untersuchung daraufhin abklären, ob sie den wissenschaftlichen Standards genügt oder nicht.
Vergessene Bücher: Interessantes zur Parapsychologie, zur Esoterik und zum und Übersinnlichen
Fälle von Betrug: Es gab sie tatsächlich
Es gab Betrug. Es gab massiven Betrug - und die Betrüger gingen raffiniert vor.
Wie sie vorgegangen sind, können Sie nachlesen im Journal du Magnétisme, 1852, S. 223.
Da geht es um fingierte Gedankenübertragung - und Sie werden es bestätigen können:
Die Täter gingen wirklich raffiniert vor.
Gegen Betrug: rigorose Untersuchungsmethoden
Wer sich zum ersten Mal mit der Esoterik, der Parapsychologie und dem Übersinnlichem im 19. Jahrhundert beschäftigt, kommt aus dem Staunen nicht heraus:
Die Wissenschafter, die damals am Werk waren, klopften die Ergebnisse ihrer Untersuchungen rigoros auf ihre Richtigkeit ab.
Und sie wandten Kontrollmechanismen an, die man heute kaum mehr verwenden würde ...
Sie fesselten beispielsweise ihre Versuchspersonen.
Oder sie verabreichten ihnen ein Brechmittel - damit wollten sie verhindern, dass die Versuchspersonen unzulässige Gegenstände in die Untersuchungslabore schmuggelten.
Männer der Wissenschaft: Wo sind die Frauen?
Die Beschäftigung mit dem Übersinnlichem war übrigens im 19. Jahrhundert keineswegs ein Thema für Aussenseiter.
Mit diesem Thema setzte sich Leute auseinander, die der offiziellen und normalen Wissenschaft angehörten: Es waren Männer, die an Universitäten promoviert hatten und die zum Teil auch an Universitäten lehrten.
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