ICH BLÄTTERE IN BÜCHERN UND ZEITSCHRIFTEN

 

Warum dieser Blog?

 

Das Internet macht es möglich:

Wir haben heute Zugang zu Büchern und zu Zeitschriften, die zum zum Teil seit über hundert Jahren unbeachtet in den Archiven verschiedener Bibliotheken geruht haben.

Ich habe in diesen Büchern und Zeitschriften geblättert und festgestellt:

Manche von ihnen sind  zu  Unrecht  vergessen gegangen. Sie schildern interessante Beobachtungen und stellen bedenkenswerte Überlegungen vor.

 

Also:

Ein Blick in diese Bücher und Zeitschriften lohnt sich.

 

Deshalb einige Schnipsel aus diesen Büchern und Zeitschriften.

 

 

5. 1. 2025

Vom Rechenkünstler, der keine Zahlen lesen konnte.

Und schreiben erst recht nicht.

 

Der Wissenschafter Alfred Binet beschäftigte sich  mit Rechenkünslern.

Einer fiel ihm besonders auf: Es war ein ehemaliger Schafshirte, der in seinem Kopf die tollsten Rechenoperationen anstellte - obwohl er keine Ahnung hatte, wie man die Zahlen schrieb.

Er hatte übrigens auch keine Ahnung. wie man Buchstaben schrieb. Lesen  konnte er nicht.

Den Einstieg in seine Rechenkünste hatte er gefunden, als sein Bruder ihm die Zahlen von 1 bis 100 mündlich vortrug.

Das genügte

 

Quelle: Binet, Alfred:

 

Z  5. 1. 2025

 

 

Chronisch unterschätzt: Alfred Binet

 

Wenn man sich auf der deutschen Wikipedia-Website über Alfred Binet informiert, erlebt man eine kleine Überraschung.

Da wird eingehend darüber informiert, welchen wichtigen Beitrag Binet zur Entwicklung der Intelligenztests geliefert hat. Und es wird richtigerweise auch  gesagt, dass die Intelligenztests und die IQs zu Gebilden geworden sind, die Binet vermutlich mächtig ärgern würden: Die Sache mit der Intelligenzmessung hat er sich ganz anders vorgestellt.

Nicht erwähnt wird jedoch, dass Binet Arbeiten zu den Themen Suggestion, Halluzinationen und Hypnose vorgelegt hat.

Und auch zu unbewussten Prozessen: Da hat Binet Untersuchungen vorgelegt, die empirisch unterlegt sind und Hand und Fuss haben - beschäftigt man sich mit dem 'Unbewussten', sollte man nicht nur an Freud denken. Eine Lektüre von Binets 'On Double Consciousness' ist in diesem Zusammenhang absolute Pflicht.

Also gilt: Vergesst Alfred Binet nicht - wir kommen auf ihn zurück.

 

 

6. 1. 2025

Braucht man in der Hypnose keine Brille?

 

Diese Frage kann hier nicht abschliessend beantwortet werden ... Hingegen sei auf eine Beobachtung aus früheren Jahren hingewiesen.

Die Frau hatte die Augen verbunden. Man hielt ihr ein Buch hin - auch mit verbundenen Augen konnte sie im Buch lesen.

Irgendwie hatte man dabei ein ungutes Gefühl. Mit dem Verbinden der Augen hatte es nicht so recht geklappt, und so bestand die Möglichkeit, dass die Frau im hypnotischen Zustand an dem Verband um ihre Augen vorbei ganz einfach das gelesen hatte, was sie mit ihren Augen doch noch zu sehen vermochte.

Due Frau wurde in den alltäglichen Wachzustand zurückversetzt. Man legte ihr eine Text vor, den sie  lesen sollte. Doch daraus wurde nichts. Die Frau sagte, dass sie ohne ihre Brille nicht in der Lage sei, Texte zu lesen.

Die Frau setzte sich die Brille auf, und es klappte mit dem Lesen. 

Das gleiche Phänomen zeigte sich auch bei Näharbeiten. Wenn die Frau im Normalzustand Näharbeiten vornehmen wollte, gelang ihr dies, wenn überhaupt, nur dann, wenn sie eine Brille trug. Im hypnotischen Zustand war ihr dies problemlos  möglich - ohne Brille.

Die Leute, die beim Experiment dabei waren, vermochten sich problemlos davon überzeugen, dass die Frau eine ausgeprägte Sehschwäche hatte: Diese Leute konnten, als sie sich die Brille selber aufsetzten, überhaupt nicht mehr lesen  - für Normalsichtige war die Brille so stark, dass sie ein Lesen verunmöglichte.

Aus: Journal du magnétisme 1858

 

8. 1. 2024

Manchmal ist es gar nicht notwendig, durch die Wände zu sehen

 

Es war etwas schwierig gewesen, den Mann in Hypnose zu versetzen. Als es dann aber doch gelungen war, spielte sich folgende Szene ab:

In ihrem Geiste betrat die hypnotisierte Person die Wohnung des Hypnotiseurs. In ihrem normalen Leben war er noch nie dort gewesen.

Ein anwender Advokat wünschte sich, mit ihr während der Hypnose in Verbindung zu treten. Dieser bat sie, das Haus des Advokaten zu beschreiben.

Die Versuchsperson war noch nie in diesem Haus gewesen. Es entspann sich folgender Dialog:

“Möchten Sie mein Haus sehen und es mir beschreiben?”

Der Hypnotisierte antwortete:

“Das will ich gerne. Ich bin nun dort. Ich trete durch die Türe ein.”

Dann beschrieb sie die Anordnung der Zimmer im Erdgeschoss. Der Advokat hörte und zu und bat sie dann, die Treppe im Haus hinauszusteigen und den ersten Stock zu beschreiben.

Sie nahm dann den Advokaten auf einen geistigen Rundgang durch den ersten Stock mit und beschrieb dem Advokaten alles, was sie auf diesem Rundgang sah.

 

Der Advokat bestätigte, das salles von ihr richtig gesehen worden war – bis auf ein Detail: Die Versuchsperson hatte gesagt, dass sich eine Flasche auf dem Arbeitsplatz des Advokaten befand. Das sber war nach dessen Aussage falsch.

“An m einemm Arbeitsplatz steht keine Flasche”, meinte der Advokat.

Die Versuchsperson war erstaunt:

“Sie sagen, dass es keine Flasch hat. Sie täuschen sich. Ich bin mir sicher, dass die Flasche dort ist: ich sehe sie sehr gut. Schauen Sie doch selbst, sie ist an jenem Ort, an dem Sie schreiben. Sie sehen Sie nicht? Das ist erstaunlich, denn sie ist nun wirklich genug gross”

 

Beide Parteien beharrten auf ihrer Meinung. Die Versuchsperson war davon überzeugt, dass eine Flasche auf der Arbeitsflüche stand; der Advokat verneinte dies energisch. Schliesslich kam jemand auf die Idee, dass es nützlich sein könnte, dem Haus des Advokaten einen Besuch abzustatten; dann würde sich zeigen, wer recht hatte und wer nicht.

Das wurde getan. Der Besuch im Haus des Advokaten endete in einer Überraschung: Die Flasche stand tatsächlich auf dem Arbeitsplatz des Advokaten. Dieser musste kleinlaut eingestehen, dass er sich getäuscht hatte: Er hatte am Morgen die Flasche gebraucht und sie in sein Arbeitszimmer geholt. Dort hatte er sie auf seinem Pult stehenlassen - doch da spielte ihm sein Gedächtnis einen Streich: Dass er sie dort hatte stehen lassen, hatte er tatsächlich vergessen.

Solche Gedächtnistäuschungen kommen vor und sind nicht ganz selten. Wichtig in unserem Zusammenhang aber ist dies: Calixte Renaux hatte es nicht notwendig, durch irgendwelche Wände zu sehen. Er machte sich die Sache viel einfacher. Er blickte nicht durch die Wände, sondern er begab sich geistig in die Wohnung des Advokaten und schaute sich dort um.

Quelle:

Journal de magnètisme-animal, publié sous la diréction de M. J. J. A. Ricard, November 1859

Le somnambule Calixte Renaux.

Z  9. 1. 2025

archive.org   s5id11854670.pdf

S. 20     

 

 

 

9. 1. 2025

Konnte Calixte Renaux Gedanken lesen?

Eher nicht.

 

Warum kann Calixte Renaux sagen, wie es in einer Wohnung aussieht, in der er noch nie gewesen ist?

Eine Erklärung lsutet, dass er im Geiste die Wohnung betreten und sich dort umgeschaut hat.

Es gibt jedoch eine andere Erklärung. Sie lautet, dass Calixte  in den Kopf des  Advokaten gegangen ist. der die Wohnung kennt und dass er dort dieses Wissen  gleichsam anzapft hat - was dann darauf hinausläuft, dass er die Gedanken des Advokaten gelesen hat - ein Fall von Gedankenlesen also.

Gedankenles wurden häufig als Erklärung angeboten und diskutiert. Hier allerdings dürfte Gedankenlesen bei Calixte Renaux kaum als Erklärung taugen - hätte Calixte Renaux die Gedanken des Advokaten angezapft, wäre er ebenfalls auf die  Idee gekommen, dass sich keine Flasche auf dem Pult befand.

Das bedeutet übrigens nichtt, dass es kein Gedankenlesen gibt. Es bedeutet bloss, dass es in diesem Falle keine Rolle gespielt hat. Darüber, ob es Gedankenlesen an und für sich gibt, sagt es nichts, aber auch gar nichts aus. 

Quelle 

Zugang 

 

 

15. 1. 2025

Tischrücken mit Faraday: eine heikle Sache 

 

Faraday findet die Lösung

 

Es war damals in Mode: Einige Personen setzten sich an einen Tisch, legten ihre Hände auf diesen Tisch stellten dann fest, dass sich der Tisch in die eine oder andere Richtung bewegte.

Das war vorderhand sehr rätselhaft. Dann aber wartete der Wissenschafter Faraday mit einer Erklärung auf.

Die Hände der Leute führen unbewusst kleine Bewegungen aus, und diese Bewegungen bewirken, dass sich der Tisch bewegt.

Das tönte plausibel. Es tönt so plausibel, dass das Phänomen des Tischerückens gleichsam abgehakt werden konnte: Es wurde zu einem auf den ersten Blick merkwürdigen, aber mit solider Physik durchaus erklärbarem Geschehen - nichts da  von Naturgesetze, die Gott in diesem speziellen Falle ausser Kraft setzt.

 

 

Die Folgen von Faradays Lösung

Die Folgen waren ziemlich einschneidend. Faraday hatte eine Lösung geliefert, die das Phänomen des Tischerückens gewissermaßen entzauberte: Es war zu einem Geschehen geworden, das sich physikalisch vollständig erklären liess.

Diese Meinung wird bis heute vertreten. So ist es denn kein Zufall, dass im englischsprachigen Artikel zu ,James Braid ((surgeon), lesen wir denn auch, dass der  berühmte Hames Braid dem berühmten Michael Faraday zustimmt und ebenfalls der Meinung ist, dass das Tischerücken von Faraday vollständig (entirely) mit unbewussten Fingerbewegung erklärt werden kann. (Zugriff Wikipedian6 2025)

Interessant in duesem Zusammenhang  ist ein Wikipedia-Artike

Im deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zum Tischrücken steht sehr nüchtern:

,Der Physiker Michael Faraday wies nach, dass das Phänomen des Tischerückens durch den unbewussten Muskeldruck der auf ihm ruhenden Hände ausgelöst wird.'

Interessanterweise gibt der Wikipedia-Artikel nicht den Ausatz oder die Erläuterungen an, die Faraday zu diesem Thema verfasst hat;. Der Artikel bezieht sich auf ein Buch von Ulrike Müller-Kasper, das den Titel ,Das große Handbuch des Aberglaubens' trägt.

Dass sich der Artikel auf ein Handbuch des Aberglaubens bezieht, ist kein Zufall. Dies fasst vermutlich die allgemeine Haltung zum Tischrücken gut zusammen. Nur besonders unbelehrbare und zum Aberglauben neigende Menschen nehmen das Tischerücken heute noch ernst und glauben, dass dieses Phänomen Aspekte aufweist,  due noch nicht so ganz klar sind.

Tatsächlich müsste man, wenn es so wäre, wie Faraday dies sagt, die Sache mit  dem Tischerücken nicht mehr ernst nehmen.

Im Wikipedia-Artikel finden sich allerdings einige Worte, die aufhorchen lassen. Die Rede ist von Händen, die auf dem Tisch ruhen. Das tönt harmlos und vernünftig - unwillkürlich Bewegungen der Hände  können nur dann den Tisch in Bewegung setzen, wenn zwischen Tisch und Hände ein physischer Kontakt besteht.

Gräbt man ein wenig in der älteren Literatur, taucht allerdings  ein Problem auf, die zeigen, dass in der Tat noch nicht alles sonnenklar ist.

 

 

19.1. 2025

Tischerücken nach Faraday - worin besteht das Problem?

 

Auf das Problem wird man aufmerksam, wenn man einen Satz bei Prel liest.  Dieser schreibt, dass ein Forscher  "Versuche anstellte, bei denen der mechanische Einfluss, auch der von unbewussten minimalen Muskelbewegungen ausgeschaltet war."

So gab es zum Beispiel, fährt Prel fort,  Versuche, die nachwiesen, "dass die Bewegung auch dann eintrat, wenn man die Zipegl eines über den Tisch gebreiteten Tuches oder auch die Endstücke von Schnüren anfasst, die  l o s e  herabhängend an der Tischplatte befestigt waren." (Prel, S. 169)    

Crook /189/

Daneben gab es andere, die sich darum bemühten, Tischrücken  o h n e   Berührung zu erreichen.

"Deshalb wurde", so lesen wir in einem Text, "folgendes Experiment  versucht:

Nachdem ein Comité von elf Personen rings um den .... Speisetisch .. gesessen hatte und verschiedene Bewegungen und Tön erfolgt waren, wurden die Stühle mit ihren Rücklehnen gegen den Tisch gekehrt, ungefähr neun Zoll von demselben entfern. Alle Anwesenden knieten hierauf auf ihre Stühle und legten ihre Arme auf die Rücklehne derselben. In dieser Stellung waren die Füsse selbstverstänbdlich vom Tisch abgekehrt und konntn unmöglich unter ihn gesetzt werden, noch den Fussboden berühren. Die Hände wurden über dem Tische ungefähr vier Zoll von dessen Oberfläche entfernt gehalten.  163

In dieser Stellung war Berührung mit irgend einem Theile des Tisches physikalisch unmöglich.

In weniger als einer Minute bewegte sich der sonach gängzlich unberührte Tisch viermal; zuerst ungefähr fünf Zoll naxh einer Seite, hierauf ungefähr vier Zoll und zuletzt sechs Zoll. 

Eine Überprüfung nachher ergab, dass der Tisch, der in seine Einzelteile zerlegt worden war,  keine Auffälligkeiten aufwies.

Bemerkenswert ist, dass die Versuche "bei vollem Gaslicht über dem Tische" ausgeführt wurden.

Das führt zu folgendem Fazit:

"Es war keine Täuschung möglich. Die Bewegungen fand von einer Stelle zu einer anderen im Zimmer statt und wurden gleichzeitig von allen Anwesenden beobachtet. Sie waren als Thatsachen der Messung, und nicht der blossen Meinung der Einbildung unterworfen.   

Bericht des Sub-Comités d. Dialekt. Gesellschaft von London, in Psychische Studien, 1. Jahrgang, 4. Heft (April 1874)

Damit ergibt sich folgendes Problem:

Faraday hat eine Erklärung jene Formen des Tischerückens geliefert, die auf einem physischen Kontakt zwischen Menschen und Tischflächen beruhen. 

Eine Erklärung legt Faraday nicht vor für jene Formen des. Tischerückens, bei denen ein solcher Kontakt nicht besteht.

Das wäre an sich kein Problem, sofern die Grenzen der Erklärung von Faraday aufgezeigt würden. Leider geschieht dies nicht immer. Deshalb wird das Tischerücken bis in die heutige Zeit oft falsch dargestellt. Es wird so getan, wie wenn alle Formen des Tischerückens damit erklärt wären.

 

 

22. 1. 2025

Tischerücken: Hare nimmt sich der Sache an

 

Das Tischerücken ist in der Zeit nach Faraday immer wieder untersucht worden. Vermutlich eine der ersten Untersuchungen stammt von Hare. Dieser verwendete Messapparate, die zeigen sollten, dass die Tischbewegugen nicht auf den physischen Kontakt zwischen Tischen und Hände zurückgehen.

Für den physikalischen Laien ist es nicht ganz einfach, die Aussagekraft dieser Messungen zu  beurteilen. Hare scheint es aber gelungen zu sein zu zeigen, dass nicht alle Formen des Tischerückens auf physischen Kontakt zwischen Händen und Tischplatten zurückgehen können.

Hare und Farday scheinen von unterschiedlichen Seiten an die Sache herangegangen zu sein. Faraday tat es als der Sicht eines Physikers, der ein zunächst unerklärliches Phänomen mit auf einer physikalischen Ebene zu erklären versuchte. Hare dagegen war es wichtig, die physikalische Erklärung auszuschließen: ihm ging es darum zu zeigen, dass die so merkwürdigen Phänomene wie das Tischerücken auf einer geistigen Ebene verursacht werden.

Erwähnenswert sind die Ausführungen von Hare noch aus einem anderen Grund: Wirft man einen Blick auf die Apparate, die Hare verwendete, wird klar, dass da jemand wissenschaftlich gearbeitet hat.

Daran sollte alle Leute denken, die Tischerücken und andere merkwürdigen Erscheinungen als Humbug abtun. Oft tun sie dies mit der Begründung, dass Hare und andere Personen zu ihren Thesen gekommen sind, weil sie sich ihre spinnerten Ideen zusammengeschustert hatten - ohne diese einer näheren Überprüfung zu unterziehen.

Dieser Annahme allerdings muss man widersprechen: Das Interessante - und eigentlich ziemlich verwirrliche -ist dies: Die Aussagen wurden aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen getätigt - und zwar von Leutenn, die sich als Wissenschafter verstanden und die sich auch verpflichtet fühlten, wissenschaftluch zu arbeiten.

 

 

 

 

25.1. 2025

Was Faraday nicht erklärte 

Diese Beobachtung scheint die Leute ziemlich erstaunt zu haben:

Die Leute bildeten einen Kreis um den Tisch, hatten ihre Hände auf dem Tisvh, und dieser begann sich zu bewegen..Dann aber geschah dies: Due Leute entfernten ihre Hände vom Tisch und hielten diese etwa in der Distanz von einem englischen Fuss von ihm.

Trotzdem bewegte sich der Tisch weiter.

Den Leuten muss das fast ein wenig unheimlich vorgekommen sein. 

Ob es dafür eine physikalisch bündig Erklärung gibt, muss hier offenbleiben. Faraday äussert sich nicht zu der Gruppe jener Phänomen, bei denen Tische gewissermaßen weitermarschieren.

Nach Hare, deutsche Übersetzung, S.

 

3. 2. 2025

Ein Blick in Gasparins Buch: Ist das Wissenschaft?

Heute würden wir es 'Arbeitsgruppe' nennen:Gasparin berichtet davon, wie sich einige Herren - ihre Zahl schwankte zwischen 8 und 12 - immer wieder trafen und u a Phänomene des Tischerückens und der Levitation von Tischen untersuchten. Über die Ergebnisse und Beobachtungen gibt Gasparin Auskunft; er  datiert diese Beobachtungen auch. Auffallend ist, dass Gasparin auch von Misserfolgen Bericht gibt. 

Beim Lesen dieser Protokolle taucht eine Frage auf: Ist das nun 'Wissenschaft' Haben die Herren 'wissenschaftlich' gearbeitet? Und muss man ihre Beobachtung als 'wissenschaftliche Tatsache' betrachten - etwa die Beobachtung, dass Tische gewissermaßen weitermarschieren, wenn die Versuchsteilnehmer ihre Hände vom Tisch entfernt haben?

 

Wie man Vermutungen nicht beweisen und auch nicht widerlegen soll: Gibt es ein Fluid?

 

Bei Fischer lesen wir auf der Seite 78

 

"Ein anderes Experiment, das vollständig die Ansicht derjenigen widerlegt, welche die Ursache des Tischrücken in einem gewissen magnetischen Fluidum erblicken, welches von den Personen auf den Tisch übergehe, ist folgendes: Sie mögen um den Tisch stehend oder sitzend, aber ein paar Zoll von demselben entfernt, sich mit einer Anzah Lederriemen versehen, deren eines Ende von den entgegengesetzten Händen je eines Paares der Versuchspersonnen ausgehend, frei auf die Mitte des Tisches gelegt wurde.  

 

 

Übrigens:

Faraday war nicht der erste, wenn es um eine Erklärung des Tischerückens ging

 

Faraday gilt als der Mann, der das Tischerücken entzaubert hat. Er hat, so sagt man, mit raffinierten Versuchsanordnungen belegt, dass Tischerücken auf unbewussten Muskelaktivitäten beruht.

Fischer allerdings weist darauf hin, dass diese Erklärung schon früher von James Braid vorgebracht wurde. Auch er setzte auf die unbewusste Muskelaktivitäten. Das geschah am 30. April 1853.

Faradays Aufsätze erschienen im Juni und Juli 

 

 

Unheimlichen Begegnungen

Wenn man sich selbst begegnet: Berichte von unheimlichen Begebenheiten - mit denen auch Goethe konfrontiert wurde. Er sah sich selbst auf der Strasse wandern.

PS 2 1875 S. 316

 

Mehr dazu hier

 

 

Ist das alles Betrug?

"Einzelne Fälle von Betrug - und deren giebt es zweifelsohne - beweisen nichts. Es hat noch nie eine ächte Waare gegeben, welche nicht ihre fälschliche Nachahmung hervorgerufen hätte."

Dieses Zitat findet sich in einer Zeitschrift, die exakt vor 150 Jahren erschienen ist.

 

Die damalige Rechtschreibung sah ziemlich anders aus. Doch unabhängig davon: Das Thema ,Betrug' begleitet die Parapsychologie und die Esoterik bin in die heutige Zeit hinein.

 

Das Zitat stammt übrigens von Mr. St. George Stock. Stock hielt damals eine Rede vor  der  "Oxford Union Society", und zwar am 12. Juni 1875. Es ging dort um den Antrag, dass der Spiritualismus eine wissenschaftliche Untersuchung verdient.

Der Antrag wurde angenommen.

nach Psychische Studien 2, 1875,  S 

 

 BRANDWUNDEN SUGGERIEREN

 

Kann man bei einem Menschen Brandwunden entstehen lassen - und zwar einzig und allein dadurch entstehen lassen, indem man der Person einredet, dass sie sich an einem Gegenstand oder an einer Flüssiggkeit verbrannt hat?

 

Eine kurze Bemerkung von Binet:

 

Im Dezember 1885 hatte ich die Gelegenheit, Charcot in der Salpètrière zu beobachten. Charcot gelang es, bei einer jungen Frau eine Brandwunde entstehen zu lassen, indem er ihr vorgab, dass sie sich das Handgelenk mit Wachs verbrannt hätte.

mobot317 728

 

 

 

WISSENSCHAFTLICHE UNTERSUCHUNGEN: DIE ETHIK

 

Der Autor geht nicht näher auf dieses Experiment von  Charcot ein. Ein Punkt ist jedoch bemerkenswert:

 

Es wird hier auf ein Experiment verwiesen, das wir in dieser Form heutzutage ganz bestimmt nicht mehr durchführen würden. Denn es ist ein Experiment, das für die beteiligte Person höchst unangenehm ist: Brandwunden sind auch dann Brandwunden, wenn sie suggeriert worden sind. Sie schmerzen denn auch -  und sie schmerzen  oft ziemlich heftig und oft ziemlich lange.

Tatsächlich hat man den Eindruck, dass ethische Fragen zur damaligen Zeit wenig oder gar nicht diskutiert wurden, wenn es um Experimente in Hypnose ging.

Das sieht man auch daran, dass man damals nicht zögerte, einer Versuchs-person einzureden, sie hätte etwas zu sich genommen, das ihr nicht gut bekommen war- worauf es der Versuchsperson speiübel wurde und sie sich übergeben musste.

Oder man sieht es auch an den posthypnotischen Suggestionen: Da suggerierte man oft den Versuchs-personen, Dinge zu tun, die für sie unangenehm und peinlich waren und sie zuweilen auch der Lächerlichkeit preisgaben.

Und nicht vergessen darf man: Man hielt sie auch zu verbrecherischen Handlungen an - zum Beispiel zu einem Mord.

 

UNETHISCHES VERHALTEN ERBRECHEN IN HYPNOSE

 

"Bei der Suggestion von Unwohlsein erbricht sie in wenigen Augenblicken - ohne jede Hilfe - den Inhalt ihres Magens."

Jendrássik, 1888, S. 321

 

 

 

 

Immer wieder diskutiert wurde die Frage, ob man eine Person hyonotisieren und in der Hypnose dazu bringen kann, etwas zu tun, das sie eigentlich gar nicht tun will - kann man eine Person dazu überreden, gegen ihren Willen in der Hypnose beispielsweise einen Mord zu be-gehen?

Wir tragen einige Beobachtungen zusammen, die in diesem Zusam-menhang gemacht wurden.

Sie sind zum Teil etwas beängstigend.

 

Da ist zum Beispiel eine kurze Bemerkung eines Autors:

 

"Suggestion, Dr X. posthypnotisch zu ermorden. Man gibt der Patientin ein gerolltes Papier und suggeriert es als Dolch. Erwacht schleicht sie sich hinter Dr. X. und sticht mit der Rolle wütend nach ihm."

 

Krafft-Ebing, 1889, zweite Auflage, S. 25

 

Albert Moll, 1890, S. 286, äussert sich ebenfalls zu dieser Frage. Er weist zuerst darauf hin, dass die Gelehrten unterschiedlicher Meinung sind: Einige gehen davon aus, dass Verbrechen in Hypnose möglich sind, andere halten dies für undenkbar. Allerdings, so fährt Moll fort, hat ein Autor mit dem Namen Liégeois diesbezügliche Untersuchungen

"mit allen äusseren Anzeichen des Ernstes, selbst mit Beteiligung von Gerichtsbeamten, angestellt."

  1. 286

 

 In der Hypnose zeigen die Leute oft ungeahnte Fähig-keiten. Solche Fähigkeiten haben die Hypnotiseure bereits  in den Jahren zwischen 1800 und 1900 beobachtet.

 

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Ausfüh-rungen von Kluge 1811

 

 

Und jene von Puységur, 1811, 212 ff

 

 

 

 

Albert Moll berichtet zum Beispiel:

 

bub gb c50 S   S 78

 

 Haluzinationen:

Entstehen nur im Kopf einer Person und sind Einbildug – oder nocht nicht?

 

 Es kommt immer wieder vor, dass Verstorbene den Leuten erscheinen. Es kommt auch vor, dass der Teufel den Leuten erscheint.

Solche Erscheinungen werden häufig als Halluzinationen bezeichnet: Psychische Mechanismen führen dazu, dass die Leute etwas sehen, das nur in ihrem Kopf existiert, nicht aber in der Realität. 

Allerdings gibt es Beobachtungen, die daran zweifeln lassen, ob diese Erklärung immer zutrifft. Sind solche Erscheinungen wirklich nur das Produkt der eigenen Phantasie?

 

Dazu eine Beobachtung:

Einer Frau erscheint die verstorbene Großmutter. Sie tritt ans Bett, in dem sich die Frau befindet.

Später kommt die Magd zur Frau ins Schlafzimmer. Sie ist sehr aufgeregt: Sie hat im Vorzimmer zum Schlafzimmer die Großmutter gesehen: Sie sass auf einer Bank in diesem Vorzimmer.

 

Nach: 

Magikon  2 1852.

Z 22 6 2025

 

 

 

Es gab einen Punkt, der die Wissenschafter immer wieder verblüffte: Sie konnten ihre Versuchspersonen beeinflussen - und zwar einzig und allein beeinflussen, indem sie mit ihnen sprachen.

Sie mussten keine Medikamente verabreichen, damit die Versuchs-personen schmerzfrei blieben. Es genügte, dass sie den Versuchs-personen sagten, dass sie schmerz-unempfindlich seien - und dies waren sie denn auch.

Es war auch nicht notwendig, den Versuchspersonen mit glühend heissen Gegenständen Brandwunden beizu-fügen, damit sich Blasen bildeten. Es genügte, ihnen zu sagen, dass sie mit einem glühenden Gegenstand berührt worden waren, und es bildeten sich Brandwunden. 

Die Sprachform, die man dazu verwendete, wurde als Suggestion bezeichnet - man suggerierte den Versuchspersonen also zum Beispiel, dass sie Verbrennungen erleiden würden.

 

Doch was ist 'eine Suggestion', und was heisst 'suggerieren'?

 

 

 

Hier einige Definitionsversuche:

 

(1)

ÜBERTRAGUNG INS DEUTSCHE: BEREDUNG

Das Wort 'Suggestion' wird ins Deutsche übertragen.

Es heisst dann schlicht 'Beredung'

Quelle: Neurologisches Centralblatt 1886, S 68

 

 

Warum kann man Brandwunden suggerieren? Jendrasiks vergessene Erklärung

 

Menschen können Brandwunden einfach deshalb entwickeln, weil man ihnen einredet, sie hätten sich verbrannt.

Wie ist das möglich

Eine Antwort auf diese Frsge liefert Jendrássik.

Er setzt mit seiner Erklärung bei der Beobachtung ein, dass Brandwunden suggeriert werden: Man redet den Leuten ein, sie hätten sich verbrannt - und in der Folge entwickelt sich eine Brandwunde.

Wie idt dies möglich?

 

Um dies zu erklären, muss man etwas weiter ausholen. 

Wir Menschen können nur leben, wenn wir viel über unsere Umwelt und über uns selbst wissen.

 

Kaliumgehalt im Blut: wissen, sonst physiologischen und gewiss tödlichen Blundflug

Sie merken an diesen Beispiel:  Da geht es um ein ganz besonderes Wissen. Es ist ein Wissen

Selbst nucht wissen und in Worte fassen können.

 

 

 

 

 

(2)

SUGGESTION UND 'WAHRE TATSACHEN', DIE ALLERDINGS GAR NICHT IMMER 'WAHR' SIND

 

Eine ausführlichere Antwort gibt Jendrássik.

 

Jendrássiks Antwort:

 

'Suggestion ist eine Ein-wirkung, die in dazu geeig-neten Personen eine der Auffassung der suggerierten Idee konforme Wirkung, wenn sie in Wirklichkeit auch völlig falsch erscheint, als wahre Tatsache einbringt.'

 

Jendrássik, 1888, S. 326

 

Jendrássik schildert, wie Suggestionen Brandwunden hervorbringen können - man suggeriert einer Person, dass sie sich verbrannt hat, und in der Folge bilden sich bei der Person Brandblasen.

Wie ist dies möglich?

Jendrássik würde vermutlich sagen: Aufgrund der Suggestion geht die Person davon aus dass sie sich tatsächlich  verbrannt hat. Das ist für sie eine wahre Tatsache.

Der Körper der Person reagiert dann auf die als wahr angesehene Tatsache - es bilden sich Brandwunden.

Die Interpretation von Jendrássik ist interessant, und zwar deshalb:

Wenn in der Literatur um 1850 herum über Suggestionen und Hypnose diskutiert wird,  taucht immer wieder das Thema 'Kraft' auf: Wirken Suggestionen deshalb, weil hinter ihnen eine spezielle Kraft steckt?

Ist es also eine Suggestivkraft gewesen, die die Brandwunden hervorrief? Und ist diese Kraft vom Hypnotiseur ausgegangen?

Folgt man den Ausführungen von Jendrássik, ist es nicht notwendig, eine solche Kraft anzunehmen. Es genügt, einem Menschen einzureden, dass er sich verbrannt hat. Nimmt der Mensch die Verbrennung als wahre Tatsache an, reagiert sein Körper: Es entstehen Brandblasen.

Es ist in diesem Falle nicht die Kraft des Hypnotiseurs gewesen, die etwas bewirkt hat. Es ist der Körper der Versuchsperson gewesen, der auf eine Tatsache reagiert hat, die er als 'wahr' angesehen hat - wobei natürlich absolut beeindruckend ist, wie heftig der Körper auf der somatischen Ebene auf eine Tatsache reagiert, die er als 'wahr' ansieht!

Was im Übrigen nicht nur bei Brandwunden zu beobachten ist:

Wie Jendrássik beiläufig erwähnt, ist es auch dann zu beobachten, wenn man einer Person suggeriert, sie habe eine übelkeitserregende  Substanz zu sich genommen und deshalb sei es sei ihr denn auch entsprechend übel: Wird dies vom Körper als  'wahre Tatsache' angesehen, kommt es zum Erbrechen, siehe Jendrássik 1888, S. 321.

 

(3)

GERICHTSWESEN

Da war ein Prozess geführt worden, und der König war mit dessen Verlauf nicht zufrieden Ein Herr Grattenauer beeilte sich, in diesem Zusammenhang ein Buch zu schreiben. Das Buch trägt den Titel 'Über den Begriff der Suggestivfragen'.

Das Buch ist im Jahre 1803 erschienen, und es geht in ihm darum zu verhindern, dass die Richter Suggestivfragen stellen.

'Suggestivfragen' sind für Grattenauer Fragen, bei denen die Antwort dem Befragten in den Mund gelegt - und damit also suggeriert  - wird. 

Grattenauer sagt zum Beispiel, dass folgende Frage nicht zulässig ist:

'War X beim Duell ebenfalls anwesend?'

Korrekt formuliert, muss die Frage lauten:

'Wer war beim Duell anwesend?'

Man sieht daraus: Mit Suggestionen und Suggestivfragen beschäftigt man sich schon seit langer Zeit: Man wusste, dass sie vor Gericht zu Falschaussagen führen können.

Grattenauer ist nicht der erste Autor, der die Begriffe 'Suggestion' und 'Suggestivfragen' verwendet. In seinem Traktat erwähnt Grattenauer einen Autor namens Kleinschrod, und bei ihm tönt das dann so:

'...denn im allgemeinen ist Suggestion eine Handlung, welche einem Andern gegrün-deten Anlass gibt, etwas zu sagen, wodurch er, gegen die Wahrheit, etwas bejaht oder verneint.'

Kleinschrod bezieht seine Aus-führungen auf Verhandlungen, die vor Gericht geführt werden. Offensichtlich war man sich schon früh der Gefahren bewusst, die von Suggestivfragen ausgingen.

Denn immerhin:

Das Buch von Kleinschrod erschien 1787...

 

 

(4)

SUGGESTION: AUSSER-ORDENTLICHE KOMMUNIKATIONSWIRKUNGEN

 

Theodor Lipps, ein bekannter Psychologe, beschäftigt sich in einem Aufsatz mit Suggestionen. Im Aufsatz findet sich folgende Aussage von ihm:

"Suggestion (...) ist keineswegs beliebige Weckung von Vorstellungen, sondern sie ist zugleich die Herbeiführung einer inadäquaten oder abnormen Wirkung dieser Vorstellung."

Lipps,  1897, S. 158

Das war den Leuten schon lange klar: Wenn wir mit einem andern Menschen kommunizieren, entstehen im Kopf des Gegenüber Gedanken, Gefühle und auch Bilder - 'Vorstellungen' also, wie dies Lipps nennt.

Diese Vorstellungen, so kann man weiter überlegen, beeinflussen unsere emotionale Befindlichkeit, indem sie uns fröhlich oder traurig oder wütend machen, und sie beeinflussen auch unser Tun und Lassen.

Sie führen damit also eine 'Wirkung' herbei.

Meistens bewegt sich diese Wirkung in einem gewöhnlichen Rahmen. Sie führt zu  Gefühlen in einer Form und in einem Ausmass, wie wir es vom Alltag her gewohnt sind, und sie bewirken Handlungen, die wir vom Alltag her ebenfalls kennen und dementsprechebd auch erwartet haben.

'Möchten Sie noch ein Stück Kuchen?', fragt die Hausfrau den Gast, und dieser reagiert so, wie man dies erwartet: Er versichert, dass der Kuchen ausgezeichnet sei, aber er leider so satt sei, dass ein weiteres Stück Kuchen nicht mehr drinliege.

Damit hat due Kommunukation der Hausfrau beim Gast eine Wirkung erzielt, die zu erwarten war und die dementsprechend denn auch normal ist.

 

Aber, und das ist der Punkt, auf den Lipps hinweist, manchmal führen wir mit unserer Kommunikation Vorstellungen herbei, deren Wirkung aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt: Die Vorstellungen bewirken Gefühle in einer Art und Weise und in einer Intensität, die uns überrascht Und sie bewirken Handlungen, die wir nicht erwartet haben.

'Und dort sitzt ein Kätzchen', sagt der Therapeut zu einem Mädchen. Dieses steht auf, geht zum Kätzchen und streichelt es - und wir als aussenstehende Beobachter staunen: Da ist gar kein Kätzchen.

Die Weckung der Vorstellung eines Kätzchens hat beim Mädchen zu einer Wirkung geführt, die wir als 'abnorm' ansehen.

Was versteht man nun also unter einer Suggestion?

Die Wissenschaft hat die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten.

Erstens: Sie kann unter der Suggestion alle durch Kommunikation herbeigeführten Vorstellungen und deren Wirkungen erfassen.

Oder zweitens: Sie kann unter dem Begriff 'Suggestion, lediglich jene durch Kommunikation herbeigeführten Vorstellungen erfassen, deren Wirkungen inadäquat oder abnorm sind.

Die Wissenschafter in den Jahren zwischen 1850 und 1900 interessierten sich vor alkem für due inadäquaten und abnormen Wirkungen - die nicht selten unerklärlich waren.

 

MIT DEN FINGERN UND DEM BAUCH SEHEN

 

 

Schon früh taucht in der Literatur der Hinweis auf, dass Menschen auch ohne Augen Dunge optisch erfassen können.

Im Jahre 1815 schrieb z. B. der Professor Kluge ein Lehrbuch über den Magnetismus. Das Buch sollte eine Hilfe für seine Mediziner-Kollegen sein. Sie sollten dem Buch entnehmen können, was es mit dem 'Magnetismus' auf sich hat: Wann und wo nützt er -und was ist zu beachten, damit er nicht schadet?

Wenn man das Buch in die heutige Zeit überträgt, ist es ein Lehrbuch, das der praktischen Anwendung der Hypnose gewidmet ist - und zwar zuhanden der Mediziner und nicht der Laien. Der Magnetismus gehörte nach Kluge nicht in deren Hände.

Kluge hat sich in den wissenschaftlichen Arbeiten umgesehen, die damals in Deuschland, Frankreich, Italien, England und Holland publiziert wurden.

 

Auf der Seite 112 hält Kluge fest, dass die Magengegend zum Sammelplatz aller Sinnesemfpindungen wird:

"Der Somnambul erkennt daher so gut, wie durch Getaste, den Stand der Zeiger auf einer dicht gegen seineHerzgrube ehaltenen Uhr. Er muss aber wohl hierzu von seiner Seite eine grosse Anstrengung des Willens erfordert werden, indem solche Wahrnehmungen bei ihm nicht gleich die gehörige Deutlichkeit haben, sondern nur nach und nach erst an Bestimmtheit gewinnen. Gmelin stellt hierüber manche sehr interessante Versuche an. 

Er zog z. B. aus einem gemischten Spiel Karten dicht vor der Herzgrube seiner Somnambule eine Karte heraus und drückte die Faabseite derselben mit seinen Fingern gegen die Herzgrzube der Somnambulen, so, dass weder von ihr, noch von den Umstehenden die Karte gesehen und unterschieden werden konnte; nun fragte er, was dies für eine Karte sei und die Somnambule antwortete, es sei ein Bild; nach einiger Zeit unterschied sie erst, ob es eine Dame, ein König oder Bube war; eine Weile drauf nannte sie die Couleur und bestimmte endlich, ob es Caro, Treff u.s.w. war; besah man nun die Karte, so fand man jederzeit ihre Aussage bestätigt. Der Erfolg war immer derselbe, wenn auch, für den Ungläubigen, der Somnambule die Augen verbunden werden d). - T a r d y erwähnt ebenfalls eine Somnambule, welche, bei fest verbundenen Augen, fremde und ihr unbekannte Schriften las, sobald man sie ihr dicht gegen die Herzgrube legte. Ähnliche Erfahrungen wurden auch von mehreren anderen Magnetisten gemacht. 

 Kluge 1815, S. 112

 

S. 113

,Haben die Somnambulen ihr Wahrnehmungsvermögen in der Magengegend erst durch öftere Übung cultiviert, so ist es nicht mehr nöthig, den Gegenstsand damit in unmittelbare Berührung zu bringen, sondern es ist schon hinreichend, wenn man ihn n ur in einiger Entfernung der Herzgrube gegenüber hält, wo er gewähnlich dann deutlicher erkannt wird, als wenn man ihn in die Nähe der Augen bringt a). Auch diese Versuche sind bei verbundenen Augen mit dem nämlichen Erfolg wiederholt worden.'

Und weiter;

 

'Einige Somnambulen scheinen indes eine Ausnahme hiervon zu machen. N a s s e  legte z B seiner Kranken über beiden Augenlider ein Paar fest anliegenden, die ganze Augengegend bedeckende Heftpflaster, und hielt ihr dann gefärbte Papiere vor. Sie erkannte die Farben, nur mussten ihr diese Papiere in der Richgung vorgehalten werden, als wenn sie solche mit den Augen sehen sollte; wenigstens erkannte sie diesselben dann am besten,.

Kluge /137/

 

 

 

 

 

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Wissenswertes zum Spirituellen

Lange Zeit haben diese Bücher in den Archiven der Bibliotheken geruht. Niemand interessierte sich für sie, und oft war es so, dass die Leute gar nichts von ihrer Existenz wussten

Die Situation hat sich geändert. Das Internet macht es möglich, dass wir heute eine Blick in diese Bücher werfen können. 

Das mützen wir hier aus:

Auf dieser Homepage blättern wir in einigen dieser alten Bücher und alten Zeitschriften.

Ganz besonders konzentrieren wir uns dabei auf Bücher, die in französischer Sprache gehalten sind und die sich mit verschiedenen merkwürdigen Phänomenen beschäftigen,  die die Wissenschafter im Zusammenhang  mit dem Sehen machen konnten:

 

(1)

Durch Wände sehen

 

Oft stellten die Wissenschafter fest, dass ihre Versuchspersonen durch Wände schauen konnten - oder mit verbundenen Augen mit Karten  zu spielen vermochten:.

Mehr dazu hier

 

(2)

Die mirakulöse Welt der Prismen - Halluzinationen 

 

Die Wissenschafter stellten auch fest, dass die Leute Dinge sehen konnten, die eigentlich gar nicht vorhanden waren.

Heute kennen wir dieses Phänomen und nennen es 'Halluzinationen'. Gross beeindruckt davon sind wir nicht: Wir wissen, dass es Halluzinationen gibt.

Allerdings: Damals wurden im Zusammenhang mit Halluzinationen Dinge festgestellt, die fast ein wenig abstrus (und fast ein wenig unheimlich) sind und die bis auf den heutigen Tag nur äusserst schwer (oder gar nicht) zu erklären sind.

Mehr dazu hier.

 

(3)

Mit Bauch und Fingern sehen 

Oft stellten die Wissenschafter auch das fest, was sie 'transposition des sens' nannten: Die Leute konnten mit den Fingern oder dem Bauch sehen.

Mehr dazu hier

Neben dem Sehen beschäftigen wir uns mit Büchern, die mit Dingen zu tun haben,, die man heute als esoterisch, übersinnlich, parapsychologisch etc bezeichnen.

 

 

Bücher, Bücher, Bücher

 

Man glaube ja nicht, dass es im 19. Jahrhundert in der Wissenschaft gemütlich zuging.

Schon damals erschienen viele Bücher, und es erschienen viele Fachzeitschriften, kleine und grosse, seriöse und weniger seriöse, und schon damals war es für Wissenschafterinnen und Wissenschafter nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten..

Einen Blick in die Bücher und Zeitschriften werfen wir hier

 

 

 

Stimmt das?

 

Erscheinungen, die wir heute als übersinnlich bezeichnen hatten schon immer mit dem gleichen Problem zu kämpfen: Man bestritt ihren Wahrheitsgehalt.

Das war bereits im 19. Jahrhundert so - schon damals stritten sich die Gelehrten. Und man glaube ja nicht, dass sie dabei immer höflich miteinander umgingen.

 

Mehr dazu hier hier

 

 

 

 

DURCH WÄNDE SEHEN

 

Wie Sie sich leicht davon überzeugen kõnnen, gibt es heute technische Geräte, mit deren Hilfe man durch Wände sehen kann - gehen Sie ins Internet, geben Sie die Stichworte 'durch Wände sehen' ein, und schon werden Sie darüber informiert, welche raffinierten Geräte dieses Sehen möglich machen.

Von diesen Geräten sprechen wir hier nicht.

Hier sprechen wir von Leuten, die offenbar ohne jede technische Hilfe durch Wände oder andere undurchsichtige Dinge sehen können. 

Ziemliches Aufsehen hat in diesem Zusammenhang Georg Rieder erweckt - ein Mann, der über diese Fähigkei verfügt und der sie für medizinische Zwecke ausnutzt: Georg Rieder blickt in die Körper kranker Menschen und unterstützt auf diese Weise Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Arbeit.

Über Georg Rieder erschien 2013 ein Artikel in einer renommierten Tageszeitung. Die wenigsten Leserinnen und Leser der Tageszeitung dürften damals daran gedacht haben dass Georg Rieder mit seinen Fähigkeiten  nicht allein dasteht. 

Tatsächlich hat es schon früh Berichte von Leuten gegeben, von denen man den Eindruck hatte, dass sie durch Wände sehen können.

Um das 19. Jahrhundert herum oder sogar noch früher untersuchten Wissenschafter das Phänomen. Ganz ohne Probleme verlief dies nicht. Es stellte sich ein ganzes Bündel kniffliger Fragen.

Zum Beispiel stand die Frage im Raum, ob es tatsächlich zutrifft, dass Menschen durch Wände sehen. Darüber wurde heftig gestritten.

Oder zum Beispiel die Frage, was wir meinen, wenn wir behaupten, dass Menschen durch Wände sehen können - handelt es sich um jenes Sehen, wie es zur Anwendung kommt, wenn wir etwa ein Auto auf der Straße vorbeifahren sehen? Oder ist es eine andere Form des Sehens? Oder ist es am Ende gar kein Sehen, sondern eine ganz andere Form der Wahrnehmung?

Und wie ist es mit dem Sehen mittels der Fingerspitzen? Oder des Bauches? Ist dies ein Sehen - oder auch hier eine spezielle Wahrnehmungsform?

Und wie ist es mit jenen Leuten, die gar nicht darauf angewiesen sind, durch Wände zu sehen, wenn sie etwas erkennen wollen, das den gewöhnlichen Leuten verborgen bleibt?

Diese Menschen sollten z B erkennen, was sich in einem ihnen unbekannten Zimmer befindet. Doch das tun sie nicht, indem sie durch die Wände dieses Zimmers blicken. Sie tun es, indem sie sich geistig auf eine Reise in das Zimmer begeben und sich dort im Geiste umschauen.

Auf dieser Homepage berichten wir, wie die Wissenschafter diese Fragen beantwortet (oder zu beantworten versucht) haben. 

 

 SEHEN, WAS ES GAR NICHT GIBT

 

Menschen können vollkommen davon überzeugt sein, etwas zu sehen, obwohl das, was sie sehen, in den Augen anderer Menschen gar nicht vorhanden ist.

In diesem Fall sprechen wir davon, dass die Menschen  halluzinieren oder eine Halluzination haben. 

Halluzinationen gibt es nicht nur, indem Menschen Dinge und Lebewesen sehe, die es 'eigentlich 'gar nicht gibt'. Halluzinationen gibt es auch beim Riechen, beim Hören und beim Tasten.

 

 

 

MIT DEN FINGERN UND DEM BAUCH SEHEN

 

 

Schon früh taucht in der Literatur der Hinweis auf, dass Menschen auch ohne Augen Dunge optisch erfassen können.

Im Jahre 1815 schrieb z. B. der Professor Kluge ein Lehrbuch über den Magnetismus. Das Buch sollte eine Hilfe für seine Mediziner-Kollegen sein. Sie sollten dem Buch entnehmen können, was es mit dem 'Magnetismus' auf sich hat: Wann und wo nützt er -und was ist zu beachten, damit er nicht schadet?

Wenn man das Buch in die heutige Zeit überträgt, ist es ein Lehrbuch, das der praktischen Anwendung der Hypnose gewidmet ist - und zwar zuhanden der Mediziner und nicht der Laien. Der Magnetismus gehörte nach Kluge nicht in deren Hände.

Kluge hat sich in den wissenschaftlichen Arbeiten umgesehen, die damals in Deuschland, Frankreich, Italien, England und Holland publiziert wurden.

 

Auf der Seite 112 hält Kluge fest, dass die Magengegend zum Sammelplatz aller Sinnesemfpindungen wird:

"Der Somnambul erkennt daher so gut, wie durch Getaste, den Stand der Zeiger auf einer dicht gegen seineHerzgrube ehaltenen Uhr. Er muss aber wohl hierzu von seiner Seite eine grosse Anstrengung des Willens erfordert werden, indem solche Wahrnehmungen bei ihm nicht gleich die gehörige Deutlichkeit haben, sondern nur nach und nach erst an Bestimmtheit gewinnen. Gmelin stellt hierüber manche sehr interessante Versuche an. 

Er zog z. B. aus einem gemischten Spiel Karten dicht vor der Herzgrube seiner Somnambule eine Karte heraus und drückte die Faabseite derselben mit seinen Fingern gegen die Herzgrzube der Somnambulen, so, dass weder von ihr, noch von den Umstehenden die Karte gesehen und unterschieden werden konnte; nun fragte er, was dies für eine Karte sei und die Somnambule antwortete, es sei ein Bild; nach einiger Zeit unterschied sie erst, ob es eine Dame, ein König oder Bube war; eine Weile drauf nannte sie die Couleur und bestimmte endlich, ob es Caro, Treff u.s.w. war; besah man nun die Karte, so fand man jederzeit ihre Aussage bestätigt. Der Erfolg war immer derselbe, wenn auch, für den Ungläubigen, der Somnambule die Augen verbunden werden d). - T a r d y erwähnt ebenfalls eine Somnambule, welche, bei fest verbundenen Augen, fremde und ihr unbekannte Schriften las, sobald man sie ihr dicht gegen die Herzgrube legte. Ähnliche Erfahrungen wurden auch von mehreren anderen Magnetisten gemacht. 

 Kluge 1815, S. 112

 

  1. 113

,Haben die Somnambulen ihr Wahrnehmungsvermögen in der Magengegend erst durch öftere Übung cultiviert, so ist es nicht mehr nöthig, den Gegenstsand damit in unmittelbare Berührung zu bringen, sondern es ist schon hinreichend, wenn man ihn n ur in einiger Entfernung der Herzgrube gegenüber hält, wo er gewähnlich dann deutlicher erkannt wird, als wenn man ihn in die Nähe der Augen bringt a). Auch diese Versuche sind bei verbundenen Augen mit dem nämlichen Erfolg wiederholt worden.'

Und weiter;

 

'Einige Somnambulen scheinen indes eine Ausnahme hiervon zu machen. N a s s e  legte z B seiner Kranken über beiden Augenlider ein Paar fest anliegenden, die ganze Augengegend bedeckende Heftpflaster, und hielt ihr dann gefärbte Papiere vor. Sie erkannte die Farben, nur mussten ihr diese Papiere in der Richgung vorgehalten werden, als wenn sie solche mit den Augen sehen sollte; wenigstens erkannte sie diesselben dann am besten,.

Kluge /137/

 

 STIMMT DAS?

 

Auf dieser Homepage lesen Sie von Menschen die durch Wände sehen oder mit den Fingern lesen können oder die sonst allerlei merkwürdige Dinge zu tun vermögen - oder von denen man zumindest sagt, dass sie dies können...

Nur: stimmt dies alles? Können die Menschen dies? Oder sind das lediglich leere Behauptungen?

Mit dieser Frage wurde die Wissenschaft im 19. Jahrhundert konfrontiert.

Hier schauen wir uns an, wie die Leute im 19. Jahrhundert mit der Wahrheitsfrage nachgingen.

 

Ganz einfach ist es nicht, die Wahrheitsfrage zu beantworten. Es ist im Gegenteil verflixt schwierig.

 

Warum dies?

 

Dafür gibt es verschiedene Gründe  zwei von ihnen seien hier erwähnt:

 

Due Gefahr von Denkfehlern bei der Überprüfung

 

Oft überprüften die Wissenschafter den Wahrheitsgehalt der Behauptungen sehr exakt un6 fundiert - doch es unterliefen ihnen auch zuweilen etwas peinliche Denkfehler.

 

 

 

Wenn es persönlich wird

 

Wenn wir  heute darüber klagen, dass in den sozialen Medien die Menschen zu ruppig miteinander umgehen, muss man dies relativieren.

Wissenschafter gingen schon im 19.Jahrhundert ruppig miteinander um.

 

 

 

 WIR BLÄTTERN IN ALTEN BÜCHERN UND IN ALTEN ZEITSCHRIFTEN

 BINET

FARADAY HARE

RECHENKÜNSTLERN

 

 

Warum dieser Blog?

 

Das Internet macht es möglich: Wir haben heute Zugang zu Büchern und zu Zeitschriften, die zum zum Teil seit über hundert Jahren unbeachtet in den Archiven verschiedener Bibliothekenrgeruht haben.

Wenn man in diesen Büchern und Zeitschriften blättert, stellt man fest, dass manche von ihnen zu  Unrecht  vergessen gegangen sind. Sie schildern interessante Brobachtungen und legen bedenkenswerte Überlegungen vor.

 

Also:

Ein Blick in diese Bücher und Zeitschriften lohnt sich.

 

 

  1. 1. 2025

Vom Rechenkünstler, der keine Zahlen lesen konnte. Und schreiben erst recht nicht.

 

Der Wissenschafter Alfred Binet beschäftigte sich  mit Rechenkünslern.

Einer fiel ihm besonders auf: Es war ein ehemaliger Schafshirte, der in seinem Kopf die tollsten Rechenoperationen anstellte - obwohl er keine Ahnung hatte, wie man die Zahlen schrieb.

Er hatte übrigens auch keine Ahnung. wie man Buchstaben schrieb. Lesen  konnte er nicht.

Den Einstieg in seine Rechenkünste hatte er gefunden, als sein Bruder ihm die Zahlen von 1 bis 100 mündlich vortrug.

Das genügte

 

Quelle: Binet, Alfred:

 

Z  5. 1. 2025

 

Chronisch unterschätzt: Alfred Binet

 

Wenn man sich auf der deutschen Wikipedia-Website über Alfred Binet informiert, erlebt man eine kleine Überraschung.

Da wird eingehend darüber informiert, welchen wichtigen Beitrag Binet zur Entwicklung der Intelligenztests geliefert hat. Und es wird richtigerweise auch  gesagt, dass die Intelligenztests und die IQs zu Gebilden geworden sind, die Binet vermutlich mächtig ärgern würden: Die Sache mit der Intelligenzmessung hat er sich ganz anders vorgestellt.

Nicht erwähnt wird jedoch, dass Binet Arbeiten zu den Themen Suggestion, Halluzinationen und Hypnose vorgelegt hat.

Und auch zu unbewussten Prozessen: Da hat Binet Untersuchungen vorgelegt, die empirisch unterlegt sind und dami denn auch Hand und Fuss haben - beschäftigt man sich mit dem 'Unbewussten', sollte man nicht nur an Freud denken. Eine Lektüre von Binets 'On Double Consciousness' ist in diesem Zusammenhang absilu Pflicht.

Also gilt: Vergesst Alfred Binet nicht - wir kommen auf ihn zurück.

 

 

  1. 1. 2025

Braucht man in der Hypnose keine Brille?

 

Diese Frage kann hier nicht abschliessend beantwortet werden. . Hingegen sei auf eine Beobachtung aus früheren Jahren hingewiesen.

Die Frau hatte die Augen verbunden. Man hielt ihr ein Buch hin - auch mit verbundenen Augen konnte sie im Buch lesen.

Irgendwie hatte man dabei ein ungutes Gefühl. Mit dem Verbinden der Augen hatte es nicht so recht geklappt, und so bestand die Möglichkeit, dass die Frau im hypnotischen Zustand an dem Verband um ihre Augen vorbei ganz einfach das gelesen hatte, was sie mit ihren Augen doch noch zu sehen vermochte.

Due Frau wurde in den alltäglichen Wachzustand zurückversetzt. Man legte ihr eine Text vor, den sie  lesen sollte. Doch daraus wurde nichts. Die Frau sagte, dass sie ohne ihre Brille nicht in der Lage sei, Texte zu lesen.

Die Frau setzte sich die Brille auf, und es klappte mit dem Lesen. 

Das gleiche Phänomen zeigte sich auch bei Näharbeiten. Wenn die Frau im Normalzustand Näharbeiten vornehmen wollte, gelang ihr dies, wenn überhaupt, nur dann, wenn sie eine Brille trug. Im hypnotischen Zustand war ihr dies problemlos  möglich - ohne Brille.

Die Leute, die beim Experiment dabei waren, vermochten sich problemlos davon überzeugen, dass die Frau eine ausgeprägte Sehschwäche hatte: Diese Leute konnten, als sie sich die Brille selber aufsetzten, überhaupt nicht mehr lesen  - für Normalsichtige war die Brille so stark, dass sie ein Lesen verunmöglichte.

Aus: Journal du magnétisme 1858

 

  1. 1. 2024

Manchmal ist es gar nicht notwendig, durch die Wände zu sehen

 

Es war etwas schwierig gewesen, den Mann in Hypnose zu versetzen. Als es dann aber doch gelungen war, spielte sich folgende Szene ab:

In ihrem Geiste betrat die hypnotisierte Person die Wohnung des Hypnotiseurs. In ihrem normalen Leben war er noch nie dort gewesen.

Ein anwender Advokat wünschte sich, mit ihr während der Hypnose in Verbindung zu treten. Dieser bat sie, das Haus des Advokaten zu beschreiben.

Die Versuchsperson war noch nie in diesem Haus gewesen. Es entspann sich folgender Dialog:

“Möchten Sie mein Haus sehen und es mir beschreiben?”

Der Hypnotisierte antwortete:

“Das will ich gerne. Ich bin nun dort. Ich trete durch die Türe ein.”

Dann beschrieb sie die Anordnung der Zimmer im Erdgeschoss. Der Advokat hörte und zu und bat sie dann, die Treppe im Haus hinauszusteigen und den ersten Stock zu beschreiben.

Sie nahm dann den Advokaten auf einen geistigen Rundgang durch den ersten Stock mit und beschrieb dem Advokaten alles, was sie auf diesem Rundgang sah.

 

Der Advokat bestätigte, das salles von ihr richtig gesehen worden war – bis auf ein Detail: Die Versuchsperson hatte gesagt, dass sich eine Flasche auf dem Arbeitsplatz des Advokaten befand. Das sber war nach dessen Aussage falsch.

“An m einemm Arbeitsplatz steht keine Flasche”, meinte der Advokat.

Die Versuchsperson war erstaunt:

“Sie sagen, dass es keine Flasch hat. Sie täuschen sich. Ich bin mir sicher, dass die Flasche dort ist: ich sehe sie sehr gut. Schauen Sie doch selbst, sie ist an jenem Ort, an dem Sie schreiben. Sie sehen Sie nicht? Das ist erstaunlich, denn sie ist nun wirklich genug gross”

 

Beide Parteien beharrten auf ihrer Meinung. Die Versuchsperson war davon überzeugt, dass eine Flasche auf der Arbeitsflüche stand; der Advokat verneinte dies energisch. Schliesslich kam jemand auf die Idee, dass es nützlich sein könnte, dem Haus des Advokaten einen Besuch abzustatten; dann würde sich zeigen, wer recht hatte und wer nicht.

Das wurde getan. Der Besuch im Haus des Advokaten endete in einer Überraschung: Die Flasche stand tatsächlich auf dem Arbeitsplatz des Advokaten. Dieser musste kleinlaut eingestehen, dass er sich getäuscht hatte: Er hatte am Morgen die Flasche gebraucht und sie in sein Arbeitszimmer geholt. Dort hatte er sie auf seinem Pult stehenlassen - doch da spielte ihm sein Gedächtnis einen Streich: Dass er sie dort hatte stehen lassen, hatte er tatsächlich vergessen.

Solche Gedächtnistäuschungen kommen vor und sind nicht ganz selten. Wichtig in unserem Zusammenhang aber ist dies: Calixte Renaux hatte es nicht notwendig, durch irgendwelche Wände zu sehen. Er machte sich die Sache viel einfacher. Er blickte nicht durch die Wände, sondern er begab sich geistig in die Wohnung des Advokaten und schaute sich dort um.

Quelle:

Journal de magnètisme-animal, publié sous la diréction de M. J. J. A. Ricard, November 1859

Le somnambule Calixte Renaux.

Z  9. 1. 2025

archive.org   s5id11854670.pdf

  1. 20     

 

 

 

  1. 1. 2025

Konnte Calixte Renaux Gedanken lesen? Eher nicht.

 

Warum kann Calixte Renaux sagen, wie es in einer Wohnung aussieht, in der er noch nie gewesen ist?

Eine Erklärung lsutet, dass er im Geiste die Wohnung betreten und sich dort umgeschaut hat.

Es gibt jedoch eine andere Erklärung. Sie lautet, dass Calixte  in den Kopf des  Advokaten gegangen ist. der die Wohnung kennt und dass er dort dieses Wissen  gleichsam anzapft hat - was dann darauf hinausläuft, dass er die Gedanken des Advokaten gelesen hat - ein Fall von Gedankenlesen also.

Gedankenles wurden häufig als Erklärung angeboten und diskutiert. Hier allerdings dürfte Gedankenlesen bei Calixte Renaux kaum als Erklärung taugen - hätte Calixte Renaux die Gedanken des Advokaten angezapft, wäre er ebenfalls auf die  Idee gekommen, dass sich keine Flasche auf dem Pult befand.

Das bedeutet übrigens nichtt, dass es kein Gedankenlesen gibt. Es bedeutet bloss, dass es in diesem Falle keine Rolle gespielt hat. Darüber, ob es Gedankenlesen an und für sich gibt, sagt es nichts, aber auch gar nichts aus. 

Quelle 

Zugang 

 

 

  1. 1. 2025

Tischrücken mit Faraday: eine heikle Sache 

 

Faraday findet die Lösung

 

Es war damals in Mode: Einige Personen setzten sich an einen Tisch, legten ihre Hände auf diesen Tisch stellten dann fest, dass sich der Tisch in die eine oder andere Richtung bewegte.

Das war vorderhand sehr rätselhaft. Dann aber wartete der Wissenschafter Faraday mit einer Erklärung auf.

Die Hände der Leute führen unbewusst kleine Bewegungen aus, und diese Bewegungen bewirken, dass sich der Tisch bewegt.

Das tönte plausibel. Es tönt so plausibel, dass das Phänomen des Tischerückens gleichsam abgehakt werden konnte: Es wurde zu einem auf den ersten Blick merkwürdigen, aber mit solider Physik durchaus erklärbarem Geschehen - nichts da  von Naturgesetze, die Gott in diesem speziellen Falle ausser Kraft setzt.

 

 

Die Folgen von Faradays Lösung

Die Folgen waren ziemlich einschneidend. Faraday hatte eine Lösung geliefert, die das Phänomen des Tischerückens gewissermaßen entzauberte: Es war zu einem Geschehen geworden, das sich physikalisch vollständig erklären liess.

Diese Meinung wird bis heute vertreten. So ist es denn kein Zufall, dass im englischsprachigen Artikel zu ,James Braid ((surgeon), lesen wir denn auch, dass der  berühmte Hames Braid dem berühmten Michael Faraday zustimmt und ebenfalls der Meinung ist, dass das Tischerücken von Faraday vollständig (entirely) mit unbewussten Fingerbewegung erklärt werden kann. (Zugriff Wikipedian6 2025)

Interessant in duesem Zusammenhang  ist ein Wikipedia-Artike

Im deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zum Tischrücken steht sehr nüchtern:

,Der Physiker Michael Faraday wies nach, dass das Phänomen des Tischerückens durch den unbewussten Muskeldruck der auf ihm ruhenden Hände ausgelöst wird.'

Interessanterweise gibt der Wikipedia-Artikel nicht den Ausatz oder die Erläuterungen an, die Faraday zu diesem Thema verfasst hat;. Der Artikel bezieht sich auf ein Buch von Ulrike Müller-Kasper, das den Titel ,Das große Handbuch des Aberglaubens' trägt.

Dass sich der Artikel auf ein Handbuch des Aberglaubens bezieht, ist kein Zufall. Dies fasst vermutlich die allgemeine Haltung zum Tischrücken gut zusammen. Nur besonders unbelehrbare und zum Aberglauben neigende Menschen nehmen das Tischerücken heute noch ernst und glauben, dass dieses Phänomen Aspekte aufweist,  due noch nicht so ganz klar sind.

Tatsächlich müsste man, wenn es so wäre, wie Faraday dies sagt, die Sache mit  dem Tischerücken nicht mehr ernst nehmen.

Im Wikipedia-Artikel finden sich allerdings einige Worte, die aufhorchen lassen. Die Rede ist von Händen, die auf dem Tisch ruhen. Das tönt harmlos und vernünftig - unwillkürlich Bewegungen der Hände  können nur dann den Tisch in Bewegung setzen, wenn zwischen Tisch und Hände ein physischer Kontakt besteht.

Gräbt man ein wenig in der älteren Literatur, taucht allerdings  ein Problem auf, die zeigen, dass in der Tat noch nicht alles sonnenklar ist.

 

 

19.1. 2025

Tischerücken nach Faraday - worin besteht das Problem?

 

Auf das Problem wird man aufmerksam, wenn man einen Satz bei Prel liest.  Dieser schreibt, dass ein Forscher  "Versuche anstellte, bei denen der mechanische Einfluss, auch der von unbewussten minimalen Muskelbewegungen ausgeschaltet war."

So gab es zum Beispiel, fährt Prel fort,  Versuche, die nachwiesen, "dass die Bewegung auch dann eintrat, wenn man die Zipel eines über den Tisch gebreiteten Tuches oder auch die Endstücke von Schnüren anfasst, die  l o s e  herabhängend an der Tischplatte befestigt waren." (Prel, S. 169)    

Crook /189/

Daneben gab es andere, die sich darum bemühten, Tischrücken  o h n e   Berührung zu erreichen.

"Deshalb wurde", so lesen wir in einem Text, "folgendes Experiment  versucht:

Nachdem ein Comité von elf Personen rings um den .... Speisetisch .. gesessen hatte und verschiedene Bewegungen und Tön erfolgt waren, wurden die Stühle mit ihren Rücklehnen gegen den Tisch gekehrt, ungefähr neun Zoll von demselben entfern. Alle Anwesenden knieten hierauf auf ihre Stühle und legten ihre Arme auf die Rücklehne derselben. In dieser Stellung waren die Füsse selbstverstänbdlich vom Tisch abgekehrt und konntn unmöglich unter ihn gesetzt werden, noch den Fussboden berühren. Die Hände wurden über dem Tische ungefähr vier Zoll von dessen Oberfläche entfernt gehalten.  163

In dieser Stellung war Berührung mit irgend einem Theile des Tisches physikalisch unmöglich.

In weniger als einer Minute bewegte sich der sonach gängzlich unberührte Tisch viermal; zuerst ungefähr fünf Zoll naxh einer Seite, hierauf ungefähr vier Zoll und zuletzt sechs Zoll. 

Eine Überprüfung nachher ergab, dass der Tisch, der in seine Einzelteile zerlegt worden war,  keine Auffälligkeiten aufwies.

Bemerkenswert ist, dass die Versuche "bei vollem Gaslicht über dem Tische" ausgeführt wurden.

Das führt zu folgendem Fazit:

"Es war keine Täuschung möglich. Die Bewegungen fand von einer Stelle zu einer anderen im Zimmer statt und wurden gleichzeitig von allen Anwesenden beobachtet. Sie waren als Thatsachen der Messung, und nicht der blossen Meinung der Einbildung unterworfen.   

Bericht des Sub-Comités d. Dialekt. Gesellschaft von London, in Psychische Studien, 1. Jahrgang, 4. Heft (April 1874)

Damit ergibt sich folgendes Problem:

Faraday hat eine Erklärung jene Formen des Tischerückens geliefert, die auf einem physischen Kontakt zwischen Menschen und Tischflächen beruhen. 

Eine Erklärung legt Faraday nicht vor für jene Formen des. Tischerückens, bei denen ein solcher Kontakt nicht besteht.

Das wäre an sich kein Problem, sofern die Grenzen der Erklärung von Faraday aufgezeigt würden. Leider geschieht dies nicht immer. Deshalb wird das Tischerücken bis in die heutige Zeit oft falsch dargestellt. Es wird so getan, wie wenn alle Formen des Tischerückens damit erklärt wären.

 

 

  1. 1. 2025

Tischerücken: Hare nimmt sich der Sache an

 

Das Tischerücken ist in der Zeit nach Faraday immer wieder untersucht worden. Vermutlich eine der ersten Untersuchungen stammt von Hare. Dieser verwendete Messapparate, die zeigen sollten, dass die Tischbewegugen nicht auf den physischen Kontakt zwischen Tischen und Hände zurückgehen.

Für den physikalischen Laien ist es nicht ganz einfach, die Aussagekraft dieser Messungen zu  beurteilen. Hare scheint es aber gelungen zu sein zu zeigen, dass nicht alle Formen des Tischerückens auf physischen Kontakt zwischen Händen und Tischplatten zurückgehen können.

Hare und Farday scheinen von unterschiedlichen Seiten an die Sache herangegangen zu sein. Faraday tat es als der Sicht eines Physikers, der ein zunächst unerklärliches Phänomen mit auf einer physikalischen Ebene zu erklären versuchte. Hare dagegen war es wichtig, die physikalische Erklärung auszuschließen: ihm ging es darum zu zeigen, dass die so merkwürdigen Phänomene wie das Tischerücken auf einer geistigen Ebene verursacht werden.

Erwähnenswert sind die Ausführungen von Hare noch aus einem anderen Grund: Wirft man einen Blick auf die Apparate, die Hare verwendete, wird klar, dass da jemand wissenschaftlich gearbeitet hat.

Daran sollte alle Leute denken, die Tischerücken und andere merkwürdigen Erscheinungen als Humbug abtun. Oft tun sie dies mit der Begründung, dass Hare und andere Personen zu ihren Thesen gekommen sind, weil sie sich ihre spinnerten Ideen zusammengeschustert hatten - ohne diese einer näheren Überprüfung zu unterziehen.

Dieser Annahme allerdings muss man widersprechen: Das Interessante - und eigentlich ziemlich verwirrliche -ist dies: Die Aussagen wurden aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen getätigt - und zwar von Leutenn, die sich als Wissenschafter verstanden und die sich auch verpflichtet fühlten, wissenschaftluch zu arbeiten.

 

 

 

  1. 1. 2025

Die Schwachstelle der Faraday-Erklärung scheint früh erkannt worden zu sein

 

Faraday publizierte seine Erklärung mitte1853 in drei Zeitungen. Bereits im Oktober des gleichen Jahres erhielt Hare einen Brief. Darin war unter anderem zu lesen:

 

 

25.1. 2025

Was Faraday nicht erklärte 

Diese Beobachtung scheint die Leute ziemlich erstaunt zu haben:

Die Leute bildeten einen Kreis um den Tisch, hatten ihre Hände auf dem Tisvh, und dieser begann sich zu bewegen..Dann aber geschah dies: Due Leute entfernten ihre Hände vom Tisch und hielten diese etwa in der Distanz von einem englischen Fuss von ihm.

Trotzdem bewegte sich der Tisch weiter.

Den Leuten muss das fast ein wenig unheimlich vorgekommen sein. 

Ob es dafür eine physikalisch bündig Erklärung gibt, muss hier offenbleiben. Faraday äussert sich nicht zu der Gruppe jener Phänomen, bei denen Tische gewissermaßen weitermarschieren.

Nach Hare, deutsche Übersetzung, S.

 

  1. 2. 2025

Ein Blick in Gasparin: Ist das Wissenschaft?

Heute würden wir es 'Arbeitsgruppe' nennen:Gasparin berichtet davon, wie sich einige Herren - ihre Zahl schwankte zwischen 8 und 12 - immer wieder trafen und u a Phänomene des Tischerückens und der Levitation von Tischen untersuchten. Über die Ergebnisse und Beobachtungen gibt Gasparin Auskunft; er  datiert diese Beobachtungen auch. Auffallend ist, dass Gasparin auch von Misserfolgen Bericht gibt. 

Beim Lesen dieser Protokolle taucht eine Frage auf: Ist das nun 'Wissenschaft' Haben die Herren 'wissenschaftlich' gearbeitet? Und muss man ihre Beobachtung als 'wissenschaftliche Tatsache' betrachten - etwa die Beobachtung, dass Tische gewissermaßen weitermarschieren, wenn die Versuchsteilnehmer ihre Hände vom Tisch entfernt haben?

 

Wie man Vermutungen nicht beweisen und auch nicht widerlegen soll: Gibt es ein Fluid?

 

Bei Fischer lesen wir auf der Seite 78

 

"Ein anderes Experiment, das vollständig die Ansicht derjenigen widerlegt, welche die Ursache des Tischrücken in einem gewissen magnetischen Fluidum erblicken, welches von den Personen auf den Tisch übergehe, ist folgendes: Sie mögen um den Tisch stehend oder sitzend, aber ein paar Zoll von demselben entfernt, sich mit einer Anzah Lederriemen versehen, deren eines Ende von den entgegengesetzten Händen je eines Paares der Versuchspersonnen ausgehend , frei auf die Mitte des Tisches gelegt wurde.  

 

 

Übrigens:

Faraday war nicht der erste, wenn es um eine Erklärung des Tischerückens ging

 

Faraday gilt als der Mann, der das Tischerücken entzaubert hat. Er hat, so sagt man, mit raffinierten Versuchsanordnungen belegt, dass Tischerücken auf unbewussten Muskelaktivitäten beruht.

Fischer allerdings weist darauf hin, dass diese Erklärung schon früher von James Braid vorgebracht wurde. Auch er setzte auf die unbewusste Muskelaktivitäten. Das geschah am 30. April 1853.

Faradays Aufsätze erschienen im Juni und Juli 1853.

Aber vielleicht war auch Braid nicht der erste, der Beiträge zur  Frage des Tischerückens lieferte.

 

 

 

 

Tischerücken ist aus der Mode gekommen.

Es kam im letzten Jahrhundet extrem in Mode, bis der Gelehrte Michael Faraday zeigte, dass es sich bei ihm um ein Phänomen handelt, das sich bündig anhand unbewusster Muskelbewegungen erklären lässt.

Und weil nach der Auffassung von Faraday nichts Geheimnsvolles dahinter steht, wird Tischerücken, wenn überhaupt, als Gesellschaftsspiel gebraucht - oder aber, wie man behauptet, von unbelehrbaren Leuten eingesetzt, die unerschütterlich daran glauben, dass das Tischerücken eine spiritistische Komponente aufweist.

 

Blättert man jedoch in alten Büchern, muss man sagen: Wenn Sie sich mit den unbewussten Muskelbewegungen nur nicht getäuscht haben, Herr Faraday - hinter dem Tischerücken steht vielleicht mehr als man auf den ersten Blick meinen könnte.

 

 

 

 

 

LITERATUR

 

Binet, Alfred: Le magnétisme animal

 

Binet, Alfred: La suggestibilité

 

Binet, Alfred:  On double consciousness

 

Binet, Alfred: Psychologie des grands calculateurs

 

DeGasparin Agénor:Des Tables Tournantes du surnaturel en général et des Esprits. Tome I

Paris 1854

Das Buch beschäftigt sich mit dem Tischerücken; entsprechende Experimente werden geschildert. Dabei werden eine ganze Anzahl von Experimenten geschildert, bei denen die Bewegungen von Objekten 'sans contact' erfolgte und damit die Hypothese der Bewegungen auf Grund unwillkürlicher Muskelbewegungen der auf dem Tisch aufgelegten Hände sehr fragwürdig wird..

archive.org     bub_gb_PhepJ-Jew-cC.pdf    Z 15 1 2025

 

Delanne

Gibt umfassenden Überblick über die Wissenschafter, die sich in Europa und USA mit spiritistischen Phänomenen beschäftigt und deren Existenz für gesichert hielten.

Er hält spiritistische Hypothese als belegt - dies auf Grund der Tatsache, dass alle andern Hypothesen zur Erklärung der spiritistischen Phänomene falsch sind.

archive.org 

 

Delboeuf, J.: De l'origine des effets curatives de l'hypnotisme

In: Bulletin de l'Académie Royale des Sciences, des Lettres et des Beaux Arts de Belgique, 1887

773 - 812

 

Grattenauer, Karl Friedrich Wilhelm: Über den Begriff der Suggestiv-Fragen, 1803

Z 1 1 20243FAPAAAAIAAJ.pdf       archive.org    Z 15 1 2025

 

Du Prel, Carl: Die Magie als Naturwissenschaft. Erster Teil. Die magische Physik. Jena 1899. 

bub_gb

Die Phänomene, die wir heute oft als 'parapsychologisch' bezeichnen, beruhen auf Kräften, die die aus unserem subjektivem Weltbild ausgeschaltet sind - aber nicht aus der Natur.

'Es müssen, sagt Prel, "immer und überall Phänomene existieren, die den uns bekannten Gesetzen widersprechen, mit unserem Wissen von der Kausalität nicht in Einklang zu bringen sind, in der Tat aber den uns unbekannten Gesetzen entsprechen, also naturgesetzlich sind, und nicht ein Loch in der Kausalität aufzeigen, sondern nur eine Lücke in unserem Wissen von ihr. "   S7

 

Despine, Prosper: Etude scientifique sur le somnambulisme, 1880

archive.org  etudescientifiqu00desp.pdf

Zugang 21.12. 2023

 

 

Faraday Michael:

Faraday gilt als Mann, der als erster und ein für allemal bewiesen hat, dass das Tischrücken auf unwillkürliche Muskelbewegungen zurückgeht. 

Faraday publizierte in diesem Zusammenhang 3 Artikel, Angaben zu den Artikeln bei xxx

Gemäss den Angaben von Fischer war Faraday allerdings nicht der erste, der die Muskelwrklärung vorgebracht hat. Das war James Braid.

 

Hare, Robert: Experimentelle Untersuchungen über Geister-Manifestationen. Leipzig 1871. Übersetzung von Hare, 

bub_gb_i_CqivEKfyAkC.pdf.  Z 19 1 2025

Hare ist sehr an der Frage des spiritistischen Hintergrunds interessiert. Wichtig ist das Werk auch deshalb, weil es die Faraday-Erklärung relativiert: Tischerücken erfolgt auch dann, wenn kein physischer Kontakt zwischen Versuchspersonen und Tisch vorliegt.

 

Fischer, Engelbert Lorenz: Der sogenannte Lebensmagnetismus oder Hypnotismus. Mainz 1883

archive.org     b2171101x.pdf   Z 7. 2. 2025

 

 

Jendrássik, Ernst: Einiges über Suggestion. In: Neurologisches Centralblatt 7, 1888, S. 321-330

archive.org

Neurologisches Centralbatt 1888 pdf

Zugang: 22 12 2023

 

Kleinschrod, Gallus Aloys Kaspar: Über Suggestivfragen des Richters, 1787

Zugang 1 1 2024

Wie Sie sehen, handelt es sich um ein altes Buch. Und tatsächlich ist es so: Dass Richter und andere Leute bei Befragungen keine Suggestivfragen stellen sollten, ist keine gloriose Einsicht der modernen amerikanischen Psychologie. Das weiss man schon lange - man munkelt sogar, dass die Richter, die im Rahmen der Inquisition Befragungen durchführten, gehalten waren, auf Suggestiv-Fragen zu verzichten!

 

Kluge, Carl Alexand. Ferdin.: Versuch einer Darstellung des animalischen Magnetismus als Heimittel.

Berlin in der Realschulbuchhandlung, 1812, 504 S.      archiv.org  b21304695.pdf         3 12 2025

Kluge hat sich vorgenommen, in seinem Buch den 'animalischen Magnetismus' darzustellen - und zwar in seinen theoretischen Grundlagen und in seiner praktischen Anwendung. Um dieses Ziel zu erreichen, verschaffte er sich einen Überblick über die zahlreichen Publikationen zum Magnetismus, die in verschiedenen Ländern und in verschiedenen Sprachen zu seiner Zeit erschienen sind. Entstanden ist ein beeindruckendes Werk, das tatsächlich einen exzellenten Überblick über das gibt, was die Wissenschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts über den tierischen Magnetismus wusste - und damit über das, was man heute als 'Hypnose' oder 'Trance' bezeichnet.

 

 

Krafft-Ebing, R.: Eine experimentelle  Studie auf dem Gebiete des Hypnotismus.  1889,  zweite Auflage

archive.org  eineexperimentel00kraf.pdf

Zugang 23. 12. 2023

 

Liébault, A. A.: Hypnotismus und Suggestionstherapie. In: Zeitschrift für Hypnotismus I, 1892/1893,    S. 11 - 16.Zugang: 7. 1. 2024

 

Lipps, Theodor: Zur Psychologie der Suggestion, Nachtrag. In: Zeitschrift für Hypnotismus, 1897, S. 154 - 160

Zugang 2 1 2024

 

Mielich Susanne: Karl Alexander Ferdinand Kluge (1782 - 1844), der 'animalische Magnetismus' und heutige Hypnosetherapie. 2009

Susanne Mielich bespricht das Werk von Kluge und schlägt einen Bogen zur heutigen Hypnosetherapie, die massgebend von Milton Erickson geprägt ist.

 

Moll, Albert: Der Hypnotismus. 1890, zweite Auflage

archive.org

Z 23 12 2023

 

Van Eeden  Frederik: Grundzüge der Psychotherapie. In: Zeitschrift für Hypnotismus I, 1892/1893, 53 - 65

Van Eeden, Frederik: Happy Humanity. 1912

archive.org

Zugang: 12. 1. 2024

 

Puységur, Chastenet de Puységur: Recherches expériences et observations physiologique sur l'homme dans l'état de somnambulisme naturel et dans le somnambulisme provoqué par l'acte magnétique. Paris 1811

Zugang 30. 11. 2024, archive.org / b29299226.pdf

 

 

Journal du Magnétisme - Animal, Tom 1. November 1859, Hrsg. J. J. A. Ricard       Z 2 1 2025

 

 

 

 

Über mich

 

 

 

Ich war in einer Forschergruppe tätig, die sich mit Suggestopädie beschäftigte. Deren Mitglieder stammten von verschiedenen Universitäten. Während der Arbeit in dieser Forschergruppe lernte ich Russisch - wobei ich mich beim Russischlernen konsequent auf das Textverstehen konzentrierte - ich lernte jedes Russisch, das ich brauchte, um Russisch aus den Bereichen Suggestion und Hypnose zu verstehen.

 

 

 

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