Kann man Brandwunden suggerieren?

 

Sieht ganz so aus.

BRANDWUNDEN SUGGERIEREN

 

Kann man bei einem Menschen Brandwunden entstehen lassen - und zwar einzig und allein dadurch entstehen lassen, indem man der Person einredet, dass sie sich an einem Gegenstand oder an einer Flüssiggkeit verbrannt hat?

 

Eine kurze Bemerkung von Binet:

 

Im Dezember 1885 hatte ich die Gelegenheit, Charcot in der Salpètrière zu beobachten. Charcot gelang es, bei einer jungen Frau eine Brandwunde entstehen zu lassen, indem er ihr vorgab, dass sie sich das Handgelenk mit Wachs verbrannt hätte.

mobot317 72

Warum kann man Brandwunden suggerieren? Jendrasiks vergessene Erklärung

 

Menschen können Brandwunden einfach deshalb entwickeln, weil man ihnen einredet, sie hätten sich verbrannt.

Wie ist das möglich

Eine Antwort auf diese Frsge liefert Jendrássik.

Er setzt mit seiner Erklärung bei der Beobachtung ein, dass Brandwunden suggeriert werden: Man redet den Leuten ein, sie hätten sich verbrannt - und in der Folge entwickelt sich eine Brandwunde.

Wie idt dies möglich?

 

Um dies zu erklären, muss man etwas weiter ausholen. 

Wir Menschen können nur leben, wenn wir viel über unsere Umwelt und über uns selbst wissen.

 

Kaliumgehalt im Blut: wissen, sonst physiologischen und gewiss tödlichen Blundflug

Sie merken an diesen Beispiel:  Da geht es um ein ganz besonderes Wissen. Es ist ein Wissen

Selbst nucht wissen und in Worte fassen können.

 

 

 

 

 

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SUGGESTION UND 'WAHRE TATSACHEN', DIE ALLERDINGS GAR NICHT IMMER 'WAHR' SIND

 

Eine ausführlichere Antwort gibt Jendrássik.

 

Jendrássiks Antwort:

 

'Suggestion ist eine Ein-wirkung, die in dazu geeig-neten Personen eine der Auffassung der suggerierten Idee konforme Wirkung, wenn sie in Wirklichkeit auch völlig falsch erscheint, als wahre Tatsache einbringt.'

 

Jendrássik, 1888, S. 326

 

Jendrássik schildert, wie Suggestionen Brandwunden hervorbringen können - man suggeriert einer Person, dass sie sich verbrannt hat, und in der Folge bilden sich bei der Person Brandblasen.

Wie ist dies möglich?

Jendrássik würde vermutlich sagen: Aufgrund der Suggestion geht die Person davon aus dass sie sich tatsächlich  verbrannt hat. Das ist für sie eine wahre Tatsache.

Der Körper der Person reagiert dann auf die als wahr angesehene Tatsache - es bilden sich Brandwunden.

Die Interpretation von Jendrássik ist interessant, und zwar deshalb:

Wenn in der Literatur um 1850 herum über Suggestionen und Hypnose diskutiert wird,  taucht immer wieder das Thema 'Kraft' auf: Wirken Suggestionen deshalb, weil hinter ihnen eine spezielle Kraft steckt?

Ist es also eine Suggestivkraft gewesen, die die Brandwunden hervorrief? Und ist diese Kraft vom Hypnotiseur ausgegangen?

Folgt man den Ausführungen von Jendrássik, ist es nicht notwendig, eine solche Kraft anzunehmen. Es genügt, einem Menschen einzureden, dass er sich verbrannt hat. Nimmt der Mensch die Verbrennung als wahre Tatsache an, reagiert sein Körper: Es entstehen Brandblasen.

Es ist in diesem Falle nicht die Kraft des Hypnotiseurs gewesen, die etwas bewirkt hat. Es ist der Körper der Versuchsperson gewesen, der auf eine Tatsache reagiert hat, die er als 'wahr' angesehen hat - wobei natürlich absolut beeindruckend ist, wie heftig der Körper auf der somatischen Ebene auf eine Tatsache reagiert, die er als 'wahr' ansieht!

Was im Übrigen nicht nur bei Brandwunden zu beobachten ist:

Wie Jendrássik beiläufig erwähnt, ist es auch dann zu beobachten, wenn man einer Person suggeriert, sie habe eine übelkeitserregende  Substanz zu sich genommen und deshalb sei es sei ihr denn auch entsprechend übel: Wird dies vom Körper als  'wahre Tatsache' angesehen, kommt es zum Erbrechen, siehe Jendrássik 1888, S. 321.

 

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GERICHTSWESEN

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