EIN BLICK IN URALTE BÜCHER UND ZEITSCHRIFTEN

 

 

Wir werfen zuerst einen Blick in ein Buch von James Esdaile: 

 

 

Als ich meine mesmerischen Studien begann, 9war ich mir meiner totalen Ignoranz bewusst; dass diese vorlag, gestand ich mir auch ein. Ich wandte mich demütig an die Natur und versuchte, ihre Antworten zu verstehen. War dies nicht der Fall, verliess ich mich lieber auf das, was mir meine Sinne mitteilten als auf das schwache Licht des Verstehens: Die Dinge waren so, wie sie waren, auch wenn ich sie nicht verstand ...

Da ich mich weder körperlich noch geistig schonte, stellte ich nach sechs Wochen eine extreme nervliche Erschöpfung fest. Ich war reizbar und konnte nicht mehr schlafen. Mir war klar, dass die Beschäftigung mit dem Mesmerismus schon genug Märtyrer hervorgebracht hatte; mir war auch bewusst, dass ich von der Ausübung des Mesmerismus Abstand nehmen musste, wenn ich wollte, dass ich dessen Triumph noch erleben konnte. Daran habe ich mich seither gehalten; nur gelegentlich habe ich hypnotisiert, und dies nur um Experimente durchzuführen. 

Mir war auch klar, dass ich kein Ausserwählter war, und mir war auch klar, dass alle Leute mehr oder weniger die Kraft besitzen, Hypnosen durchzuführen. wenn sie wussten, wie man dies tut. Ich sorgte deshalb dafür, dass alle Beschäftigte im Krankenhaus, Türsteher und Köche mit den Patientinnen und Patienten arbeiteten. Und jeder einzelne von ihnen führte die Patientinnen und Patienten in einem Zustand, in welchem sie keine Schmerzen empfanden. Und ich selber nahm meine chirurgischen Eingriffe bei jenen vor, bei denen es notwendig war.

Wurde jeweils ein neuer Hypnotiseur gesucht, brachten meine Assistenten einen gesunden jungen Mann zu mir, sofern dieser willens war, die Kunst des Hypnotisierens zu lernen - und unter der Anleitung meiner Assistenten wurde dieser junge Mann innerhalb einer Woche zu einem fähgen Hypnotiseur.    Clairvojance 131   

 

Dem Internet sei Dank:

Es macht es möglich, dass wir alte - und oft vegessene - Bücher zur Hypnose lesen können.

Davon profitiere ich: 

Ich schmökere in diesen alten Büchern, und wenn ich etwas Interessantes finde, schreibe ich es auf.

 

Ashburn, John: Facts in Clairvoyance with Observations on Mesmerism. London 1848

b22270188.pdf.    Z  1.9. 2026

 

Baroni Francesco: Magnetic Occultism in Mid-Nineteeth-Century; Mesmerism as a Sciece of the Soul in the Writings of Francesco Orioli and Taddeo Consoni.

2024, 2024_BRF.pdf  1 7 2026

 

Binet, Alfred, Féré Charles: Le magnétisme animal

 

Binet, Alfred: La suggestibilité

 

Binet, Alfred: On double consciousness.

 

Binet, Alfred: Psychologie des grands calculateurs

 

Braid, James: Neurypnology, or, the Rationale of Nervous Sleep considered in relation with animal magnetism. London 1843

neurypnology...00braiiala.pdf

 

Braid, James: Der Hypnotismus, Ausgewählte Schriften. Ins Deutsche übersetzt 1882

Braid schreibt, dass alle hypnotischen Phänomene ohne Krafteinwirkung des des Hypnotiseurs geschehen; Ursache bildet vielmehr die Monotonie, die bei den Leuten entsteht, wenn sie zum Beispiel Gegenstände fixieren. Setzt sich mit dem Argument auseinander, dass seine Begründung nicht ausreicht, wenn es um Blinde geht - sie können nichts visuell fixieren. 

derhypnotisumusau00brai.pdf    Z    4 9 2026

 

 

Cogevina Angelo, Orioli Francesco: Fatti reativi a Mesmerismo e cure mesmeriche con una prefazione storico-critica Corfu 1842

S_ACJO_2.pdf. Z. 1 7 2026

 

Carpenter, William: Mesmerism, Spiritualism, & c.. Historically & Scientifically considered. New York; Appleton and Company 1877

mesmerismspiritu00carprich.pdf    Z   13 7 2026

In Carpenter: Appendix M: Diabolical Origin of Table Turning, S. 14

 

Comte de Choiseul in   Journal du magnetism   1857  247 - 252   journal_du_magnétisme-v16_1857.pdf

 

DeGasparin Agénor:Des Tables Tournantes du surnaturel en général et des Esprits. Tome I

Paris 1854

Das Buch beschäftigt sich mit dem Tischerücken; entsprechende Experimente werden geschildert. Dabei werden eine ganze Anzahl von Experimenten erläutert, bei denen die Bewegungen von Objekten 'sans contact' erfolgte. Damit wird  die Hypothese, dass alle Tischbewegungen auf Grund von unwillkürlichen Muskelbewegungen der auf dem Tisch aufgelegten Hände erfolgen, widerlegt.

archive.org     bub_gb_PhepJ-Jew-cC.pdf    Z 15 1 2025

 

Davey, William: The illustrated practical mesmerist - curative and scientific. 1888, sechste Auflage. 

b28127778.pdf

Ein wirklich sehr praxisbezogenes und mit Illustrationen versehenes Buch, das für Laien geschrieben wurde - nicht ohne Grund für Laien: Davey ist der Meinung, dass die Hypnose als Hausmittel eingesetzt werden soll.

 

Delanne

Gibt umfassenden Überblick über die Wissenschafter, die sich in Europa und USA mit spiritistischen Phänomenen beschäftigt und deren Existenz für gesichert hielten.

Er hält spiritistische Hypothese als belegt - dies auf Grund der Tatsache, dass alle andern Hypothesen zur Erklärung der spiritistischen Phänomene falsch sind.

archive.org 

 

Delboeuf, J.: De l'origine des effets curatives de l'hypnotisme

In: Bulletin de l'Académie Royale des Sciences, des Lettres et des Beaux Arts de Belgique, 1887

773 - 812

 

Deleuze, J. P. F.: Practical Instruction in Animal Magnetismus, 1879.

practicalinstru00dele.pdf

 

Despine, Prosper: Etude scientifique sur le somnambulisme, 1880

archive.org etudescientifiqu00desp.pdf

Zugang 21.12. 2023

 

D'Henin de Cuvillers, Baron: Archive du Magnétisme animal. Tome Troisièmr, 1822, Nr. 7

archive-du_m_n7_1822.pdf

 

Ennemoser, Joseph

Ein interessantes Buch. Es stammt von einem Mann, der als Hypnotiseur über eine  immense Erfahrung verfügt. Wir Lesende bekommen von da her ein anschauliches Bild darüber, wie Hypnotsieure der damaligen Zeit dachten und handelten, wenn sie sich mit bestimmten Krankheitsbildern konfrontiert sahen.

Besonders wohltuend ist dabei die Zurückhaltung, die Ennemoser an den Tag legt. Es beansprucht nicht, dass die Hypnose ein Mittel darstellt, das die Schulmedizin ersetzen soll. Für ihn ist die Hypnose eine Ergänzung zur Medizin. Es ist eine Ergänzung, die über viel Potenzial verfügt - es ist aber auch eine Ergänzung, die Schaden anrichten kann, wenn sie in einer unsachgemässen oder moralisch verwerflichen Art und Weise gebraucht wird.

Ennemosers Buch ist flüssig geschrieben, doch es ist, dem Geist der damaligen Zeit verpflichtet, auch etwas weitschweifig gehalten. Es spart auch nicht mit ellenlangen Schachtelsätzen. Doch diese Einwände ändern nichts daran: Es ist ein Buch, in das man auch heute noch mit Gewinn einen Blick wirft.

 

Esdaile, James: Mesmerism in India

Das ist ein Meilenstein in der Geschichte der Hypnose: Der in Indien tätige Chirurg James Esdaile beginnt damit, Menschen in Hypnose zu operieren. Die Hypnose hat bei diesen Menschen dazu geführt, dass sie bei der Operation keinen Schmerz empfinden. 

Im Buch schildert Esdaile seine Erfahrungen, die er hat machen können.

Eigentlich hätte Esdaile grosses Lob verdient: Er hat gezeigt, wie die Medizin dafür sorgen kann, dass schmerzfreie Operationen möglich werden - vorher war dies nämlich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Das Lob blieb vielrorts aus - Esdaile musste einiges an Kritik einstecken. 

Wie dies etwa tönte und was sich Esdaile alles anhören musste, hat er einem nächsten Buch beschrieben:

Esdaile, James: Natural Mesmeric clairvoyance with practical applications of Mesmerism in surgery and medicine. London 1852 1852__esdaile__clairvoyance.pdf Z 31 8 2026

 

Grattenauer, Karl Friedrich Wilhelm: Über den Begriff der Suggestiv-Fragen, 1803

Z 1 1 20243FAPAAAAIAAJ.pdf archive.org Z 15 1 2025

 

Du Prel, Carl: Die Magie als Naturwissenschaft. Erster Teil. Die magische Physik. Jena 1899.

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Die Phänomene, die wir heute oft als 'parapsychologisch' bezeichnen, beruhen auf Kräften, die die aus unserem subjektivem Weltbild ausgeschaltet sind - aber nicht aus der Natur.

'Es müssen, sagt Prel, "immer und überall Phänomene existieren, die den uns bekannten Gesetzen widersprechen, mit unserem Wissen von der Kausalität nicht in Einklang zu bringen sind, in der Tat aber den uns unbekannten Gesetzen entsprechen, also naturgesetzlich sind, und nicht ein Loch in der Kausalität aufzeigen, sondern nur eine Lücke in unserem Wissen von ihr. "   S7

 

Despine, Prosper: Etude scientifique sur le somnambulisme, 1880

archive.org  etudescientifiqu00desp.pdf

Zugang 21.12. 2023

 

 

Faraday Michael

Faraday gilt als Mann, der als erster und ein für allemal bewiesen hat, dass das Tischrücken auf unwillkürliche Muskelbewegungen zurückgeht. 

Faraday publizierte in diesem Zusammenhang 3 Artikel.

Gemäss den Angaben von Fischer war Faraday allerdings nicht der erste, der die Muskelerklärung vorgebracht hat. Das war James Braid.

 

Grattenauer, Karl Friedrich Wilhelm: Über den Begriff der Suggestiv-Fragen, 1803

Z 1 1 2024

 

Hare, Robert: Experimentelle Untersuchungen über Geister-Manifestationen. Leipzig 1871. 

bub_gb_i_CqivEKfyAkC.pdf.  Z 19 1 2025

Hare ist sehr an der Frage des spiritistischen Hintergrunds interessiert. Wichtig ist das Werk auch deshalb, weil es die Faraday-Erklärung relativiert: Tischerücken erfolgt auch dann, wenn kein physischer Kontakt zwischen Versuchspersonen und Tisch vorliegt.

 

Fischer, Engelbert Lorenz: Der sogenannte Lebensmagnetismus oder Hypnotismus. Mainz 1883

archive.org     b2171101x.pdf   Z 7. 2. 2025

 

 

Hall, Spencer:  Mesmeric Experiences. London 1845.

b21837916.pdf.   Z. 16 8 2026

 

James, John: Mesmerism, with Hints for Beginners, London 1868

mesmerismwithhi00jamegoog.pdf        26 9 2026

 

Jendrássik, Ernst: Einiges über Suggestion. In: Neurologisches Centralblatt 7, 1888, S. 321-330

archive.org

Neurologisches Centralbatt 1888 pdf

Zugang: 22 12 2023

Ein interessanter Aufsatz. Ziemlich unvermittelt legt Jendrassik on seinem Aufsatz eine interessante Hypothese dar: Wie ist es möglich, dass geistige Vorgänge zu physischen / physiologischen Veränderungen führen können? Jendrassik erklärt es am Beispiel von Brandwunden: Wie ist es möglich, dass jemand Brandwunden allein deshalb entwickelt, weil man mit ihm spricht?

 

 

Kleinschrod, Gallus Aloys Kaspar: Über Suggestivfragen des Richters, 1787

Zugang 1 1 2024

Wie Sie sehen, handelt es sich um ein altes Buch. Und tatsächlich ist es so: Dass Richter und andere Leute bei Befragungen keine Suggestivfragen stellen sollten, ist keine gloriose Einsicht der modernen Psychologie. Das weiss man schon lange - man munkelt sogar, dass die Richter, die im Rahmen der Inquisition Befragungen durchführten, gehalten waren, auf Suggestiv-Fragen zu verzichten!

 

Kluge, Carl Alexand. Ferdin.: Versuch einer Darstellung des animalischen Magnetismus als Heimittel.

Berlin in der Realschulbuchhandlung, 1812, 504 S.      archiv.org  b21304695.pdf         3 12 2025

Kluge hat sich vorgenommen, in seinem Buch den 'animalischen Magnetismus' darzustellen - und zwar in seinen theoretischen Grundlagen und in seiner praktischen Anwendung. Um dieses Ziel zu erreichen, verschaffte er sich einen Überblick über die zahlreichen Publikationen zum Magnetismus, die in verschiedenen Ländern und in verschiedenen Sprachen zu seiner Zeit erschienen sind. Entstanden ist ein beeindruckendes Werk, das tatsächlich einen exzellenten Überblick über das gibt, was die Wissenschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts über den tierischen Magnetismus wusste - und damit über das, was man heute als 'Hypnose' oder 'Trance' bezeichnet.

 

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Krafft-Ebing, R.: Eine experimentelle  Studie auf dem Gebiete des Hypnotismus.  1889,  zweite Auflage

archive.org  eineexperimentel00kraf.pdf

Zugang 23. 12. 2023

 

Langsdorff, von G: Ein Wegweiser für das Magnetisieren und Massage. Leipzig 1905

 

 

Liébault, A. A.: Hypnotismus und Suggestionstherapie. In: Zeitschrift für Hypnotismus I, 1892/1893,    S. 11 - 16.Zugang: 7. 1. 2024

 

Lipps, Theodor: Zur Psychologie der Suggestion, Nachtrag. In: Zeitschrift für Hypnotismus, 1897, S. 154 - 160

Zugang 2 1 2024

Mialle, Simon: Exposé par ordre alphabétique des cures opérés en France par le magnétisme animal depuis Mesmer jusqu'à nos jours.    1826

 

Mielich Susanne: Karl Alexander Ferdinand Kluge (1782 - 1844), der 'animalische Magnetismus' und heutige Hypnosetherapie. 2009

Susanne Mielich bespricht das Werk von Kluge und schlägt einen Bogen zur heutigen Hypnosetherapie, die massgebend von Milton Erickson geprägt ist.

 

Moll, Albert: Der Hypnotismus. 1890, zweite Auflage

archive.org

Z 23 12 2023

Orioli Francesco: 

Puységur, Chastenet de Puységur: Recherches expériences et observations physiologique sur l'homme dans l'état de somnambulisme naturel et dans le somnambulisme provoqué par l'acte magnétique. Paris 1811

Zugang 30. 11. 2024, archive.org / b29299226.pdf

       in andere Leute sehen: ab 212  

Sich weigern, in andere Leute zu sehen 

 

Scholl, Carl: Erster Blick in die Wunderwelt des Magnetismus. Mittheilungen aus Paris. Meissner und Schierges. Hamburg 1853

10289501bsb.pdf     Z    6 8 2026

 

Storer, Henry: Mesmerism in Disease. A few plain facts. London 1845  mesmerismindisea00stor.pdf

 

Townsend, Chauncey Hare: Mesmerism proved true. London 1854

mesmerismpro...dt00town.pdf

 

 

Van Eeden  Frederik: Grundzüge der Psychotherapie. In: Zeitschrift für Hypnotismus I, 1892/1893, 53 - 65

Van Eeden, Frederik: Happy Humanity. 1912

archive.org

Zugang: 12. 1. 2024

 

Bücher - näher angeschaut

 

Das Buch von Alexander Kluge

Das Buch von Alexander Kluge hat ein klares Ziel: Er will seinen Kolleginnen und Kollegen aus der Medizin sagen, was vom tierischen Magnetismus als Heilmittel zu halten ist.

Formuliert man es in eine heutige und etwas saloppen Ausdrucksweise um, könnte man es so sagen:

Kluge will aufzeigen, was es mit der Hypnose auf sich hat.

Kluge erledigt diese Aufgabe in einer bewundernswerten Art und Weise. Er scheut keine Anstrengung, sondern schaut sich bei den empirisch fundierten Arbeiten zur Hypnose um - bei Arbeiten, die in deutscher, in französischer, in englischer und sogar in holländischer Sprache erschienen sind.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wer wissen will, was  anfangs des neunzehnten Jahrhunderts über die Hypnose bekannt war, greift mit Vorteil auf dieses mehr als 600 Seiten umfassende und topseriöse Werk zurück!

 

Carl Alexander Ferdinand Kluge

Der Heilkunde Doctor 

Versuch der Darstellung des animalischen Magnetismus als Heilmittel.

Berlin bei Salfeld 1811

archive.org.  Zugang 26 6 2026

 

 

Alfred Binet und das Unbewusste

Den Leuten, die in der Pädagogik und Psychologie tätig sind, ist Binet bestens bekannt. Ihm ist es, kurz gesagt, zu verdanken, dass wir Intelligenztests haben und vom IQ sprechen.

Doch es gibt auch einen anderen Binet. Dieser hat sich nicht mit dem IQ und seiner Messung herumgeschlagen, sondern mit dem Unbewussten.

Mit einem höchst raffiniertem Untersuchungsdesign gelingt es ihm zu zeigen, wie unbewusste Prozesse wirken und wie sie mit bewussten Vorgängen verbunden sind.

Wer sich für das Unbewusste und auch für die Hypnose interessiert, kommt nicht umhin, einen Blick in dieses Buch zu werfen - Sigmund Freud und sein Werk in allen Ehren: Auch Alfred Binet hst es verdient, dass man ihn, wenn es um unbewusste Prozesse geht, absolut ernst nimmt .

Wobei dieser Hinweis einen konkreten Hintergrund hat: Fragt man über die deutschsprachigen Seiten von Wikipedia nach Alfred Binet, erkennt man es schnell: Binets Buch ,On double consciousness' wird nirgends erwähnt. Und nicht viel besser sieht es bei einer KI-unterstützten Recherche aus. Da wird Binet auf dein Wirken im Zusammenhang mit dem Intelligenztest reduziert.

 

 

William Carpenter: ein Verriss

 

William Carpenter: Mesmerism, Spiritualism &c. 1877.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Dies ist ein astreiner Verriss.

Carpenter erklärt, was vom Mesmerismus, vom Spiritualismus und von all den merkwürdigen Phämomenen zu halten ist, die man bei Menschen in Hypnose beobachtet hat. 

Was davon zu halten ist, lässt sich in einem Wort zusammenfassen:

Nichts.

Denn Carptener ist der Meinung, dass es all die merkwürdigen Phänomene  - wie etwa das Lesen durch undurchsichtige Materialien - gar nicht gibt. Was da an diesen und ähnlichen Phänomenen beobachtet worden ist, beruht auf Betrug und Tricksereien.

(Oder auf der Tatsache, dass renommierte Wissenschafter ihren Verstand im Schrank deponierten, als sie sich mit diesen Phänomenen beschäftigten. Hätten sie dies  unterlassen, wäre ihnen sofort klar geworden, dass das alles nur Humbug sein konnte - meint Carpenter).

 

Das Buch ist ein Leckerbissen für jene Leute, die sich mit der Frage beschäftigen, wann in der Wissenschaft Fakten als ,wahr' angesehen werden dürfen  - und wann eben nicht.

Und ebenso ist es ein Leckerbissen für Leute, die sich mit dem herumschlagen, was man in der Psychologie die ,Replikationskrise' nennt.

Für alle, die sich ob dieser Krise die Haare raufen, ist das Buch ein kleiner Trost.

Eine solche Replikationskrise gab es nämlich schon zur Zeit von Carpenter.

Im Rahmen eines Experimentes waren Versuchspersonen beispielsweise fähig, Dinge zu lesen, die hinter einem Karton verborgen waren. Doch unter den strengen Blicken der Fachleute wollte dies den Versuchspersonen partout nicht mehr gelingen ..

 

 

 

James Esdaile: schmerzfreie Operationen in Hypnose

 

James Esdaile

Mesmerism in India and its Practical Application in Sugery and Medicine,

London Longman, Brown, Green, and Longmans, 1846 

 

'Mein lieber Vater, wie neu und eigenartig dir das Thema dieses Buches auch erscheinen mag - ich bin mir  sicher, dass es dir Freude bereiten wird, wenn du erfährst, dass ich ein neues und wirkungsvolles Mittel eingeführt und - wie ich hoffe, auch etabliert - habe, welches menschliches Leid zu mildern vermag."

Mit diesen Worten beginnt eines der faszinierendsten Bücher, die sich mit der Hypnose beschäftigen - es ist der Bericht eines britischen Chirurgen, der in Indien die Hypnose einsetzte, um schmerzfreie Operationen zu ermöglichen.

Esdaile ist deshalb so wichtig, weil sich um die praktische Anwendung der Hypnose kümmerte: Er zeigte, dass Hypnose in der Tat ein wirksames Mittel ist, um Schmerzfreiheit zu erzielen.

Mit seinen Operationen leistete Esdaile Pionierarbeit - und dass er trotzdem häufig übersehen wird, hat auch mit einem Zufall zu tun: Zu der Zeit, zu der Esdaile operierte, wurde man auf das Chloroform aufmerksam: Dieses wurde als schmerzlindernes Mittel entdeckt und trat seinen Siegeszug in der Medizin an.

 

 

Das Buch von William Gregory: wohltuend unaufgeregt

Gregory geht aus von all den verschiedenen und so merkwürdigen Phänomenen aus, die seine Kollegen im Bereich der Hypnose und der Suggestion gemacht haben - so etwa der Beobachtung, dass Menschen andere Menschen beeinflussen und bei ihnen auch körperliche Änderungen herbeiführen können. Oder der Beobachtung , dass auch Metalle Menschen markant zu beeinflussen vermögen.

Dabei orientiert sich Gregory an den Fakten: Er ist der Meinung, dass weiterhin solide Fakten zu all den merkwürdigen Phänomenen gesammelt werden müssen.

Und er plädiert für eine wohltuende Bescheidenheit. Zu der Zeit, zu der das Buch erschienen ist (nämlich 1884), kann man nach der Meinung von Gregorynicht behaupten, dass man den grossen Überblick hat: Eine umfassende Theorie und damit auch eine bündige Erklärung für all die Phänomene liegt nach der Meinung von Gregory noch nicht vor.

Damit ist für Gregory klar, wie es weitergehen muss: Es geht darum, weiterhin Fakten zu sammeln und zu dokumentieren  - bis die Wissenschaft später einmal so weit entwickelt ist, dass sie einen theoretischen Überbau zu liefern vermag, der die Erklärung der Phänomene ermöglicht.

Das Buch ist vor fast 150 Jahren geschrieben worden. Entscheiden Sie selbst, ob unterdessen eine solche Theorie aufgetaucht ist ...

 

 

 

 

 

Gregory, William: Animal Magnetism: or, Mesmerism and its Phenomena.

Third edition, 1884.

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Scholl, Carl: Erster Blick in die Wunderwelt des Magnetismus. Mittheilungen aus Paris

Meissner und Schierges. Hamburg 1853

10289501bsb.pdf     Z    6 8 2026

 

Scholl besucht in Paris Veranstaltungen, in denen die Wirkungen des Mesmerismus gezeigt werden. Anfangs ein Skeptiker, ist er schnell einmal davon überzeugt, dass er hier eine Kraft kennenlernt, die die Natur zur Verfügung stellt und die die Medizin ausnutzen soll.

Es ist ein eindrückliches kleines Buch, das Scholl vorlegt.

Sie können es von zwei Seiten lesen

 

Zuerst einmal:

Wenn Sie es lesen, bekommen Sie ein anschauliches Bild davon, wie sich der Mesmerismus - und damit die Hypnose - in der Mitte des 19. Jahrhunderts präsentiert hat.

Sie werden auch nachvollziehen können, warum die Hypnose damals ein ungeheures Aufsehen erregte: Da zeigten sich Phänomene, die wirklich  unheimlich waren.

Aber Vorsicht: Sie werden eine Hypnose kennenlernen, die sich stark von der heutigen unterscheidet. Heutzutage arbeiten Hypnotiseurinnen und Hypnotiseure mit Worten, und die Wirkungen, die sie erreichen, führen sie auf diese Worte zurück.

Doch Sie werden feststellen, dass die damalige Hypnose eine wortfreie Angelegenheit war: Alle die in der Hypnose auftretenden Phänomene wurden herbeigeführt, ohne dass gesprochen wurde.

Was die ganze Sache erst recht geheimnisvoll macht und  Sie sicher fragen lässt: Warum funktioniert das?

Genau dieser Frage geht Scholl im zweiten Teil des Buches nach.

Da gibt er eine Erklärung dafür, warum Hypnose wirkt und warum sie heilt.

Es ist dieser zweite Teil, der das Buch ebenfalls lesenswert macht. Denn wenn Sie ihn lesen, können Sie sich in die Denkwelt der damalige Hypnotiseure versetzen  - Sie erfahren, was diesen durch den Kopf ging, wenn sie Leute in Hypnose versetzten und zu heilen versuchten.

 

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