Nach einer wirklich sehr dürftigen Vorbereitung setzte der Arzt James Esdaile Hypnose ein.
Sein Ziel war es, mit der Hypnose zu lindern und zu heilen.
Er linderte Schmerzen.
Er unterstützte Heilungsprozesse.
Und nicht zuletzt setze er Hypnose ein, um bei den Patientinnen und Patienten schmerzfreie Operationen vornehmen zu können - ohne den Einsatz von Narkosemitteln.
Mit der Zeit wurden diese schmerzfreien Operationen für Esdaile zu einer ,daily matter, (169).
Sehen wir uns sein Wirken näher an.
Eine dürftige Vorbereitung
Dahinter stand eine gewisse Langeweile.
James Esdaile war ein britischer Arzt in Indien. Offenbar fand er seine Tätigkeit etwas langweilig. Als Gegenmittel begann er, sich mit der Hypnose zu beschäftigen.
Seine Kenntnisse waren, gelinde gesagt, dürftig. Die Hypnose kannte er lediglich aus der Zeitung. Bei seinen ersten Hypnosen stand ihm ein chirurgischer Subassistent zur Verfügung - doch dieser war nicht unbedingt eine grosse Hilfe: Er hatte bei Hypnosen zwar schon zugschaut, doch diese Hypnosen waren erfolglos gewesen.
Esdaile sieht darin einen Vorteil: Er hegte keinerlei Erwartungen an das, was auf ihn zukam. Damit konnte er unbefangen beobachten, was vor sich ging - so etwas wie die Verzerrung von Ergebnissen aufgrund einer Erwartungshaltung gab es bei ihm nicht.
Es gab bei ihm keine Erwartungshaltung, und es gab sie auch von Seiten der Patientinnen un Patienten aus nicht. Diese hatten, wie Esdaile wohl zu recht vernutete, keine Ahnung von der Hypnose. Sie hatten noch nie Leute in Hypnose gesehen - und so bestand auch nicht die geringste Gefahr, dass die Patientinnen und Patienten wussten, was der Hypnotiseur von ihnen erwartete.
(In späteren Jahren sollte dieser Punkt sehr wichtig werden: Der Hypnose wurde vorgeworfen, dass sie von den Erwartungen der Hypnotiseure lebt: Die Leute, die hypnotisiert wurden, wussten, was die Hypnotiseure von ihnen erwarteten. Und so machten sie sich daran, getreulich alle jene oft so merkwürdige Phänomene zu demonstieren, die in der Hypnose zu beoachten sind.
Es gibt Wissenshafter, von denen man fast vermuten muss, dass sie alle die hypnotischen Phänomene mit diesen Erwartungen verknüpfen: Was zu beoachten ist nichts anderes als das Verhalten eines Menschen, der weiss, dass von ihm bestimmte Dinge in der Hypnose erwartet werden.
Blickt man auf Esdaile, muss man dazu sagen: Es ist durchaus denkbar, dass sich hypnotisierte Personen nach den Erwartungen des Hypnotiseurs ausrichten. Aber ganz bestimmt trifft dies nicht auf alle hypnotisieren Leute zu. Denn nochmal: Esdails Patientinnen und Patienen hatten keine Ahnung, was von ihnen erwartet wurde.
Esdaile wollte lieber nicht aus Büchern lernen. Und so ist es denn kein Zufall, dass er vor seinen ersten Versuchen mit Hypnose nie ein entsprechendes Buch kein Buch über die Hypnose gelesen hatte.
Er war der Meinung, dass es sinnvoller sei, im Buch der Natur zu lesenund von ihr zu lernen.
Übrigens und zur Erinnerung:
Esdaile war nicht der erste Arzt, der dank der Hypnose Patienten schmerzfrei operieren konnte.
Diese Ehre kommt Jules Cloquet zu: Er hat die erste dokumentierte schmerzfreie Operation in Hypnose vorgenommen. Er tat dies mit einem Mesmerist und damit mit einem Hypnotiseur zusammen.
Das geschah am 12. April 1829 - und damit vor bald 200 Jahren.
Quelle: hypnosis.edu/history. Z 6 8 2026
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